Archiv des Autors: Petra

Handoperationspause & Vorschau

Wer mir auf einem Social Media-Kanal folgt oder meinen Newsletter abonniert hat weiss, dass ich im Dezember an meier rechten Hand operiert wurde – die Strecksehnen des Ring- und des kleinen Fingers waren gerissen. Eine Folge meines entzĂĽndeten Handgelenks. Hier stellt sich natĂĽrlich die Frage, ob dies hätte vermieden werde können. Vielleicht? Durch schulmedizinische Medikamente mit mutmasslich starken Nebenwirkungen. Diese Medikamente hätten die in mir schlummernden EntzĂĽndungen womöglich auch nicht gelöscht. Ich habe Kontakt zu mehreren Personen mit rheumatoider Arthritis, deren Beschwerden sich auch mit den stärksten Medikamenten nicht bessern. Deshalb werde ich es nie wissen, was gewesen wäre. wenn… Es ist mir ganz wichtig zu sagen, dass ich das niemandem so empfehlen wĂĽrde. Solltet ihr selbst betroffen sein, dann hört auf euer GefĂĽhl. Nehmt die Medikamente, die IHR nehmen wollt und arbeitet mit Ă„rzten und Therapeutinnen zusammen, denen ihr vertraut.

Die Operation selbst war eine interessante Erfahrung. Ich war bisher noch nie als Patientin in einem Spital gewesen. Ich hatte das grosse Glück, dass mir der Chirurg und die Anästhesisten äusserst sympathisch waren bzw. immer noch sind. Ich fühlte mich in besten Händen.

Zwei Tage nach der Operation bastelte mir die Ergotherapeutin eine beeindruckende Strecksehnen-Schiene:

Die ersten 5 Wochen musste ich diese Schiene Tag und Nacht tragen. Sie hatte den Nachteil, dass ich kaum T-Shirts und Pullover hatte, durch dessen Ă„rmel dieses Ding passte. Zwei Pullover mussten dran glauben – ihnen wurde der Ă„rmel bis zum Ellbogen aufgeschnitten und tagsĂĽber mit Tape zusammengeklebt. Die 250 Gramm an Gewicht hinterliessen ihre Spuren. Meine rechte Schulter ist jetzt noch verhärtet und schmerzt trotz täglichen Massagen.

Aber ich will nicht jammern. Ich habe das grosse GlĂĽck, dass die Operation am 10. Dezember stattfand und mein Mann so kurz vor Weihnachten keine grosse Pläne oder Projekte hatte. Er ist selbständig tätig und arbeitet von zuhause aus. So konnte er mir die ersten Wochen helfen mit Duschen, Shampoo geben, Abtrocknen, Kleider anziehen, Tee machen und Kochen. Das war zeitweise ziemlich lustig – und er kennt nun all meine täglichen Handgriffe.

Da der Handchirurg meine Sehnen offenbar sehr gut zusammennähen konnte, erhielt ich bereits nach 5 Wochen eine leichtere Scbiene und durfte bereits neue Übungen machen. Fun Fact: Der Zeigefinger hat normalerweise 2 Strecksehnen, wovon eine nun zum Ring- und kleinen Finger umgeleitet wurde. Bei mir fand der Chirurg jedoch 3 Strecksehnen vor, ich habe mein eigenes Materiallager!

Meine Reha-Tage sind total durchgetaktet:

Aufstehen, Duschen (meistens), Narbenmassage, erste Runde Fingerübungen, Tee, Frühstück, dann alle 2 Stunden Schiene entfernen und Fingerübungen machen. Am Nachmittag nochmals eine Narbenmassage. Gegen Abend mache ich eine geführte Meditation, die ich auch vorbereitend auf die Operation jeweils machte. Sie hilft mir enorm. Dazu kommen natürlich 2 bis 3 Mal wöchentlich Ergotherapie bei meiner guten Ergotherapeutin Katja.

Inzwischen stelle ich fest, dass ich meine rechte Hand täglich mehr benutzen kann und dass ich sie fast selbstverständlich ganz sachte wieder einsetze: Ein Fläschchen öffnen, den Wasserhahn an- und abstellen, die Wäsche auf einen Ständer aufhängen, die Haare zusammenbinden, meine Brille putzen, Socken anziehen. Alles in Zeitlupe. Alles schön sorgfältig und langsam. Alles sehr achtsam und mit grosser Dankbarkeit.

In dieser nicht ganz einfachen Zeit durfte ich mich vor allem eines: In Geduld ĂĽben. Mein Geduldsfaden ist zu einem Geduldsstrick geworden.

Meine langjährige Erfahrung als Patientin hilft mir in dieser Situation sehr. Ich weiss, dass sich Disziplin und Hartnäckigkeit auszahlt. Und dass Weniger manchmal Mehr ist.

So freue ich mich wie eine Königin, dass ich seit zwei Wochen mit links einen Teig für mein nigelnagelneues Waffeleisen zusammenrühren und die feinsten Leckereien geniessen kann. Drei Jahre lang habe ich mir überlegt, ob ich mir ein zusätzliches Küchengerät anschaffen soll. Ich freue mich jetzt schon auf den Moment, wenn ich wieder richtig kochen und mit der Kamera fotografieren kann, um euch hier ein schönes Waffelrezept vorzustellen.

Ich hoffe, ihr habt noch ein wenig Geduld. So wie ich.

Herzlich,
Petra

PS:
Diesen Samstag, den 9. Februar 2019 lade ich Interessierte an eine Öl-Runde bei mir zuhause in Thun ein. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 8 Personen beschränkt. Kommt und schnuppert euch durch die duftende Welt der ätherischen Öle und lernt die Myriaden an Möglichkeiten auf körperlicher, seelischer und emotionaler Ebene kennen. Ein Mail an mich genügt als Anmeldung: petra@freakfood.ch.

Von meiner Duftapotheke und wie ich lernte, um Hilfe zu fragen

Dank meiner Diagnose Rheumatoide Arthritis begann ich in den vergangenen Jahren, mir viele neue Fragen zu stellen. Nicht bloss, was die Ernährung anbelangt. Das war eigentlich das Einfachste.

Vielschichtiger für mich sind Fragen wie: Was könnte meine Erkrankung ausgelöst haben? Welche Faktoren könnten dabei eine Rolle spielen? Was kann ich ändern? Was muss ich als gegeben akzeptieren? Wie kann ich mir helfen? Und auch: WER kann mir dabei helfen?

Ich habe selten so viele Menschen kennengelernt wie auf meinem Arthritis-Genesungsweg. Einerseits Ă„rztinnen und Ă„rzte, aber auch Therapeutinnen, Gleichgesinnte, Leidensgenossinnen, Vorbilder: liebenswĂĽrdige, herzliche und grosszĂĽgige Menschen. Weiterlesen

Kastanienpancakes (wer will mit Schokoladencrème)

Dieses Rezept ist ein glĂĽcklicher Zufall.
Wir waren im Tessin in den Ferien, dem südlichen Zipfel der Schweiz, und zwar in einem wunderschönen, abgelegenen Häuschen inmitten eines Kastanienwaldes. Schon VOR diesen Ferien freute ich mich, in der hübschen Küche auch mit Marroni zu kochen – das gehört einfach dorthin. Die Marronisaison hatte jedoch noch nicht begonnen, darum habe ich bei unserem Grosseinkauf in Locarno Kastanienmehl und gefrorene Marroni gekauft. Weiterlesen

Freakfood-Kochen: DIE BASICS (GemĂĽse)

Als ich mir kürzlich für einen Kochworkshop überlegte, welche Rezepte ich mit den Teilnehmenden umsetzen könnte, wurde mir bewusst, dass ich noch gar nie über meine Koch-Basics wie ganz einfach Gemüse kochen geschrieben habe. Da so ein Beitrag relativ aufwändig ist, habe ich ihn verdrängt. Er ist aber sehr hartnäckig und ploppte regelmässig an die Oberfläche meines Bewusstseins. Er hat gewonnen – le voilà!

Ebenfalls an meinen Kochworkshops und in Gesprächen stelle ich fest, dass viele Menschen gar nicht so oft und virtuos kochen, wie sie das gerne würden. Ich bin zwar alles andere als ein Kochprofi, habe mir im Laufe der Jahre aber ein solides Alltags-Kochwissen angeeignet, das ich allen, die es interessiert, hiermit weitergeben möchte. Weiterlesen

Mut, Skepsis & Durchhaltevermögen (& Buchverlosung!)

Ich bin nervös.
Ich bin nervös, weil ich mir vorgenommen habe, wieder einmal über meine Gesundheit zu sprechen. Obwohl es mir viel leichter fällt, ein leckeres Rezept zu kreieren und es mehrmals auszuprobieren, um es dann an einem schönen Tag für euch zu fotografieren und hier zu veröffentlichen. Weiterlesen

Sommerpizza

Nicht erschrecken!

Ich fange ausnahmsweise mit ein paar Zahlen an: Wenn man Pizza +Schweiz googelt, erscheinen aktuell 1’500’000 Ergebnisse. Wenn man Pizza +Schweiz +glutenfrei googelt, erscheinen bloss noch 51 Ergebnisse.

Ich freue mich, hiermit die Nummer 52 beizutragen. Eine sehr leckere Nummer 52!

Meine Sommerpizza ist aber nicht nur glutenfrei, sondern auch ohne Mais- und Kartoffelmehl. Diese beiden Zutaten, das wissen gut informierte Freakfood-BesucherInnen, sind beide potentiell entzündungsfördernd. Ich meide sie deshalb, wenn immer ich kann. Weiterlesen

Kastanienmilch

Als ich kĂĽrzlich fĂĽr FOOD MOVEMENT fĂĽr einen kleinen Beitrag ĂĽber Polyphenole recherchiert hatte, habe ich eine Ăśberraschung erlebt: Unter den 10 polyphenolreichsten Lebensmitteln kommt auch die Edelkastanie vor. Die ersten Plätze werden belegt von GewĂĽrznelken, Sternanis, Kakaopulver (!) und Oregano – soweit nicht verwunderlich, denn ich wusste, dass GewĂĽrze und Kräuter hochgradig entzĂĽndungshemmend wirken. Dass es aber auch die mir so lieben Marroni auf diese Rangliste schaffen, hätte ich nicht geahnt. Weiterlesen

Resilienz

RESILIENZ…

„…ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch RĂĽckgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass fĂĽr Entwicklungen zu nutzen.“

Ich gehe aktuell durch schwierige Zeiten. Ăśber meinem engsten Freundes- und Familienkreis schweben Krankeit und Tod. Das braucht Kraft und Energie. Weiterlesen

Schoggi mit Pfefferminz-FĂĽllung (After Eight)

Magst du Schokolade?

In meiner Familie sieht es so aus: Mein Vater liebt Schokolade, meine Mutter kann sie nicht ausstehen. Diesbezüglich bin ich ein Apfel, der nicht weit von Vaters Stamm fällt. Ich mag Schoggi sehr. Bis vor meiner Ernährungsumstellung vor 5 Jahren bevorzugte ich Milchschokolade. Dunkle Schoggi war mir 1. zu bitter und 2. ein wenig versnobt. Die Liebhaberinnen und Liebhaber schwarzer Schokolade schienen irgendwie arrogant auf uns Milchschoggi-Pöbel herunterzuschauen, die sich mit milch- und zuckergepanschter Schokolade abgeben (ein bisschen so wie Biertrinker auf Panache-TrinkerInnen blicken). Weiterlesen

Superpasta

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich habe gefühlt ein halbes Jahr kein neues Rezept mehr gepostet hier auf Freakfood. Dabei stimmt das gar nicht. Das Rezept für die Magenbrotkugeln habe ich vor gut 2 Monaten veröffentlicht. Und dann habe ich euch mit meiner Regenbogenzunge ein buntes 2018 gewünscht. Letzte Woche wollte ich dieses Rezept eigentlich schon kochen und fotografieren. Aber ich habe kurzerhand beschlossen, es zu verschieben. Danke all euch lieben, die sich auf Facebook über diese Planänderung geäussert haben – ich habe mich so verstanden gefühlt! Weiterlesen

Auf ein buntes 2018!

Das bin ich letzten Herbst, Schabernack treibend mit meinem Prisma.
(und ja, ich wurde auf die Textur meiner Zunge aufmerksam gemacht und werde von einer Naturheilpraktikerin behandelt :)

Es könnte stehen für:
– sich nicht allzu ernst nehmen
– den Spieltrieb nicht verlieren
– bunt essen (buntes GEMĂśSE – nicht M & M’s!)
– miteinander/über sich selbst lachen
– tolerant sein gegenüber anderen Lebensphilosophien
– Spass haben, auch wenn nicht immer alles lustig ist
– kleine Schönheiten im Alltag erkennen – und geniessen
– jeden Tag mit einem Lächeln zu beginnen (auch wenn gerade morgens die Hände schmerzen)
– sich selbst treu, aber Veränderungen gegenüber offen bleiben
– Altes loslassen
– unbedingt auch ein Prisma kaufen, um so schöne Regenbögen zu erleben Weiterlesen