Archiv des Autors: Petra

Kastanienmilch

Als ich kürzlich für FOOD MOVEMENT für einen kleinen Beitrag über Polyphenole recherchiert hatte, habe ich eine Ãœberraschung erlebt: Unter den 10 polyphenolreichsten Lebensmitteln kommt auch die Edelkastanie vor. Die ersten Plätze werden belegt von Gewürznelken, Sternanis, Kakaopulver (!) und Oregano – soweit nicht verwunderlich, denn ich wusste, dass Gewürze und Kräuter hochgradig entzündungshemmend wirken. Dass es aber auch die mir so lieben Marroni auf diese Rangliste schaffen, hätte ich nicht geahnt.

Obwohl: Vielleicht hat es mein Körper geahnt? Er ist nämlich oft klüger als ich. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich immer wieder sehr grosse Lust auf Marroni habe. Nicht nur in den kalten Monaten, wenn heisse Marroni auf der Strasse erhältlich sind und mich mit ihrem Duft betören. Auch sonst habe ich regelmässig Heisshunger auf Marroni.

Seit vielen Jahren habe ich darum praktisch immer einen Beutel mit gefrorenen Marroni im Gefrierfach, denn ich liebe Fenchel oder Lauch mit Marroni (ich gebe dann jeweils ein paar Stunden vor dem Kochen einige Marroni in ein Sieb, überbrause sie mit Wasser und lasse sie antauen, damit sich die Kochzeit verringert).

Manchmal kaufte ich auch einen Beutel mit Marronimehl, mit dem ich dann ehrlich gesagt etwas hilflos war: Was tun damit? Seit dem Beitrag über Polyphenole weiss ich mehr. Ich gebe nun regelmässig 1 – 2 Esslöffel Kastanienmehl in mein Müesli. Und ich habe gelesen, dass man damit Kastanienmilch machen kann. Offenbar kann man diese Milch sogar Babys zum Trinken geben, weil sie so gut verträglich ist (das sei ideal beim Abstillen). Wenn Kastanienmilch für Kleinkinder gut ist, dann wird sie wohl auch für mich gut sein, dachte ich mir.

Nach einer Wanderung an einem kalten Märztag machte ich den Versuch. Die warme Kastanienmilch schmeckte süsslich, aber doch herb. Einmal mehr dachte ich: Wie kann etwas, das so gesund ist, so lecker schmecken? Ich war begeistert.

Seither gibt es bei uns regelmässig Kastanienmilch, vorzugsweise warm und am Nachmittag. Ich empfinde sie als richtiggehend tröstlich â€“ ich muss grad seufzen bei dem Gedanken an dieses liebliche Getränk â™¥.

Man kann die Kastanienmilch natürlich auch mit kaltem Wasser zubereiten und statt Mandel- oder sonstige Milch ins Müesli geben. Ausserdem kann ich mir gut vorstellen, dass ich mir im Sommer eine kühle Kastanienmilch machen werde, das schmeckt sicher wie ein Frappé!

Bei der ganzen Marroni-Geschichte schwingt für mich auch positiv mit, dass diese Nüsse im Tessin wachsen, dort lange ein wichtiges Lebensmittel waren und immer noch sind. Bei all den sogenannten Superfoods, die wir aus fernen Ländern importieren, finde ich es sinnvoll, schön und gar etwas romantisch, mit der Marroni auf ein hiesieges Lebensmittel zu setzen. Ich freue mich darum umso mehr, diesen Herbst zwei Wochen Ferien im Tessin zu verbringen und auch dort ab und zu Marroni zu essen.

Wer mag, kann sich von den Empfehlungen von Hildegard von Bingen inspirieren lassen. Die Gründerin eines Frauenklosters wurde 1098 geboren und wurde 81 Jahre alt. Hildegard von Bingen hat die Edelkastanie schon zu ihren Lebzeiten gepriesen: 

„Ein Mensch, dem das Gehirn durch Trockenheit leer ist und der davon im Kopf schwach wird, koche die inneren Fruchtkerne dieses Baumes in Wasser und gebe sonst nichts dazu. Und wenn das Wasser ausgegossen ist, soll er sie oft nüchtern und nach dem Essen nehmen, und sein Hirn wächst und wird gefüllt und seine Nerven werden stark und so wird der Schmerz im Kopf weichen.“

„Wer im Herzen Schmerzen leidet, sodass seines Herzens Stärke keine Fortschritte macht, sondern traurig ist, esse oft die rohen Kerne und das gießt seinem Herzen gleichsam einen Schmelz ein und er gelangt zu Stärke und Frohsinn.“

„Die Kastanie ist ihrer Natur nach sehr warm, hat eine große Kraft in sich, die der Wärme beigemischt ist, und bezeichnet die Weisheit. Und alles was in ihm ist und auch seine Frucht, ist sehr nützlich für den Menschen.“

Schön, oder?
Nerven stärken, Liebeskummer lindern und weiser werden – alles dank der Kastanie! 

Nährstoffwissen
Marroni sind reich an Polyphenolen, das sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Diese kommen als Farb-, Geschmack-, Bitter- und Gerbstoffe in Pflanzen vor. Das Gute daran ist: Viele dieser Polyphenole wirken antioxidativ, antikanzerogen (krebsmindernd), antientzündlich und immunmodulierend. Zudem haben sie einen schützenden Effekt bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und darum fungiert die Marroni ganz oben auf der Rangliste der polyphenolreichsten Lebensmittel.

Marroni sind zudem sehr reich an B-Vitaminen, die unsere Nerven stärken. Damit noch nicht genug. Marroni sind reich an Mineralstoffen und Spurenelemente wie Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Magnesium, Kalzium und Kalium. Marroni enthalten alle essentiellen Aminosäuren, die für den Aufbau von Proteinen gebraucht werden. Aminosäuren erfüllen Aufgaben wie den Aufbau von Muskel-, Organ- und Bindegewebe, sie sind Bestandteil von Knochen, Haaren, Haut und Nägeln und sie sind nötig für die Bildung von Enzymen und Hormonen.

Marroni wirken basisch und wirken einer Ãœbersäuerung des Blut-ph-Wertes entgegen. Eine Ãœbersäuerung des Gewebes wird unter anderem mit Erkrankungen und Schmerzen des Bewegungsapparates (Arthritis!, Arthrose, Gicht), Knochenmasseverlusten, Verdauuungsstörungen, Allergien, Konzentrationsstörungen in Verbindung gebracht.

Quellen:
https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte/Edelkastanien+%28Maronen%29+ger%C3%B6stet/http://hildegardvonbingen.info/gesundheit/gesunde-lebensmittel-2/edelkastanie-maroni/https://www.natur-gaben.de/edelkastanien-vorteile/kundenberichte-zur-edelkastaniehttp://www.bankhofer-gesundheitstipps.de/maronen-gesunde-kastanie.html, Burgerstein Handbuch Nährstoffe

Zutaten pro Person (3 dl)
1 gehäufter EL Kastanienmehl
1,5 dl Mandelmilch
1,5 dl heisses Wasser
1 Dattel (oder 1 TL Dattelsirup oder 1 TL Birkenzucker)
1 Messerspitze Vanillepulver
1 Prise Salz

Zubereitung
Alle Zutaten 1 – 2 Minuten im Standmixer mixen.

Lasst mich wie immer gerne wissen, ob die Kastanienmilch euch schmeckt!
Mit einem Cheers auf die Hildegard von Bingen,
Petra

Resilienz

RESILIENZ…

„…ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.“

Ich gehe aktuell durch schwierige Zeiten. Ãœber meinem engsten Freundes- und Familienkreis schweben Krankeit und Tod. Das braucht Kraft und Energie. Weiterlesen

Schoggi mit Pfefferminz-Füllung (After Eight)

Magst du Schokolade?

In meiner Familie sieht es so aus: Mein Vater liebt Schokolade, meine Mutter kann sie nicht ausstehen. Diesbezüglich bin ich ein Apfel, der nicht weit von Vaters Stamm fällt. Ich mag Schoggi sehr. Bis vor meiner Ernährungsumstellung vor 5 Jahren bevorzugte ich Milchschokolade. Dunkle Schoggi war mir 1. zu bitter und 2. ein wenig versnobt. Die Liebhaberinnen und Liebhaber schwarzer Schokolade schienen irgendwie arrogant auf uns Milchschoggi-Pöbel herunterzuschauen, die sich mit milch- und zuckergepanschter Schokolade abgeben (ein bisschen so wie Biertrinker auf Panache-TrinkerInnen blicken). Weiterlesen

Superpasta

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich habe gefühlt ein halbes Jahr kein neues Rezept mehr gepostet hier auf Freakfood. Dabei stimmt das gar nicht. Das Rezept für die Magenbrotkugeln habe ich vor gut 2 Monaten veröffentlicht. Und dann habe ich euch mit meiner Regenbogenzunge ein buntes 2018 gewünscht. Letzte Woche wollte ich dieses Rezept eigentlich schon kochen und fotografieren. Aber ich habe kurzerhand beschlossen, es zu verschieben. Danke all euch lieben, die sich auf Facebook über diese Planänderung geäussert haben – ich habe mich so verstanden gefühlt! Weiterlesen

Auf ein buntes 2018!

Das bin ich letzten Herbst, Schabernack treibend mit meinem Prisma.
(und ja, ich wurde auf die Textur meiner Zunge aufmerksam gemacht und werde von einer Naturheilpraktikerin behandelt :)

Es könnte stehen für:
– sich nicht allzu ernst nehmen
– den Spieltrieb nicht verlieren
– bunt essen (buntes GEMÃœSE – nicht M & M’s!)
– miteinander/über sich selbst lachen
– tolerant sein gegenüber anderen Lebensphilosophien
– Spass haben, auch wenn nicht immer alles lustig ist
– kleine Schönheiten im Alltag erkennen – und geniessen
– jeden Tag mit einem Lächeln zu beginnen (auch wenn gerade morgens die Hände schmerzen)
– sich selbst treu, aber Veränderungen gegenüber offen bleiben
– Altes loslassen
– unbedingt auch ein Prisma kaufen, um so schöne Regenbögen zu erleben Weiterlesen

Magenbrotkugeln

Wenn ich gefragt werde, ob ich lieber Süsses oder Salziges mag, dann antworte ich spontan: Salziges. Aber eigentlich stimmt das so nicht. Zwar esse ich quantitativ viel mehr Salziges oder im weitesten Sinne nicht-Süsses, aber ich esse täglich Süsses – wobei ich ganz klare Lieblinge habe. Weiterlesen

Ofengemüse mit Zigerklee-Frischkäse

Nur schnell vorweg:
Wer keinen Zigerklee mag, kann den Frischkäse auch mit anderen Kräutern zubereiten :)

Die Pause seit dem letzten Rezept ist schon etwas länger her. Obwohl ich gerne einmal pro Monat einen Beitrag produzieren möchte, gelingt mir das nicht immer. Das Jonglieren zwischen meinem Brotjob als Fundraiserin beim Alpinen Museum (helft es gerne mitretten!), FOOD MOVEMENT (Beiträge akquirieren, Menschen für Erfahrungsberichte und Interviews ausfindig machen, Bücher vorstellen, Netzwerk erweitern, Rezepte für FOOBY kreieren, Social Media bewirtschaften), Freakfood und meinem Privatleben lässt dies aber nicht immer zu. Weiterlesen

Müesli-Booster

In einer Woche geht es in die grossen Ferien: 3 Wochen Cornwall!

Ich freue ich sehr auf die englische Küste, Wiesen, Schafe, unsere schönen Cottages, die wir gemietet haben, auf frischen Wind und Tapetenwechsel.

Für jemanden wie mich bedeutet so eine Reise aber auch einiges an Vorbereitung und Organisation. Ich muss an all meine natürlichen Medis denken und bin bereit, etwas mehr zu recherchieren, als es wohl die meisten Menschen vor den Ferien tun. Wo gibt es Restaurants, wo auch ich etwas essen kann? Wo kann ich zu Beginn der Ferien ein paar Basics einkaufen? Wo kriege ich ein Fläschchen CBD-Öl, auf das ich inzwischen nicht mehr verzichten möchte (ich traue mich nicht, mein Fläschchen einzupacken, da der Inhalt doch sehr verdächtig nach Cannabis duftet…). Weiterlesen

Schnelle Hanfmilch

Jeden, aber wirklich jeden Morgen freue ich mich auf mein Müesli (dieses hat sich inzwischen leicht verändert, ich benutze oft Hirseflocken und reichere es mit Adaptogenen an). Zuhause schmeckt es mir am allerbesten, weil ich es mit selbstgemachter Pflanzenmilch zubereiten kann.

Seit 4 Jahren mache ich mir Nussmilch selbst. Zu Beginn machte ich sie aus Mandeln, dann hatte ich eine lange Phase mit Mandel-Cashew-Milch, dann reine Cashew- oder  Cashew-Macadamia-Milch. Zwischendurch habe ich immer mal wieder mit Walnüssen, Pistazien, Hanfsamen und Sesam experimentiert. Weiterlesen

Schokoladen Soft Ice

Im Frühling habe ich bei Lee From America entdeckt, dass sie wegen ihrer Bananenintoleranz angefangen hat, ihre Smoothies mit gefrorenem Blumenkohl zu machen. „Bitte was?“ war mein erster Gedanke. Und der zweite: „Das muss ich probieren.“

Meinen ersten Versuch machte ich allerdings mit gefrorenem Broccoli, da ich keinen gefrorenen Blumenkohl in Bioqualität fand. Püriert mit Ananas und Kokosmilch entstand ein wirklich feiner, cremiger Smoothie. Weiterlesen

Trompe-oeuf (veganes „Spiegelei“)

Endlich wieder ein neues Rezept auf diesem Kanal!
Ich habe zurzeit grad etwas viel auf meinem Teller, wie man im angelsächsischen Raum so schön sagt. Nebst Food Movement und meinem Job beim Museum musste ich vor lauter Enthusiasmus noch eine weitere (noch geheime) Kampagne anzetteln, die meine Zeit braucht.

Aber ich versuche, weiterhin einmal pro Monat ein neues Rezept zu posten, wenn immer es geht. Dabei muss ich jedoch auf meine Energiereserven achten, denn wenn ich mich selbst oft nicht so aufführe: Ich habe nunmal eine chronische Krankheit. Freakfood sollte ja nicht zum Stress werden für mich, sonst ist die Chose kontraproduktiv. Weiterlesen

Der Danke-Trick

Heute verrate ich ein Rezept, für das man weder Töpfe noch eine Küche braucht.
Es handelt sich um ein sehr persönliches Rezept für Zufrieden- und Gelassenheit. Quasi wie ich mich bei Laune halte.

Ich habe mehrere Jahre an dem Rezept gearbeitet, immer wieder Zutaten und Inspiration von anderen Menschen einfliessen lassen, und es wird sich auch inskünftig weiterentwickeln und verändern.

Angefangen hat es vor fünf Jahren, als ich mich am Tiefpunkt meiner Krankheit befand. Ich konnte nur noch mit Schmerzmitteln schlafen, weil mir alles weh tat, wenn ich im Bett lag. Meine Bewegungsfähigkeit war durch die Schmerzen stark eingeschränkt. Ich konnte nicht mehr richtig gehen, eine Treppe runterlaufen konnte ich bloss wie ein Kleinkind, beide Füsse langsam auf jede Stufe, dann weiter. Mein Mann musste mir helfen, meinen Pullover auszuziehen, weil ich das selbst nicht mehr konnte. Velo fahren war nicht mehr möglich. Ich war für drei Monate zu 50 % krank geschrieben. Weiterlesen