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Das Ende von Freakfood

Liebe Leserinnen und Leser

Es ist Zeit für eine Veränderung.

Die letzten Monate mit Handoperation und langer Reha-Pause haben mir viel Zeit zum Nachdenken geschenkt. Aber schon die Monate zuvor habe ich mir überlegt, wie es mit Freakfood weitergehen soll. Nicht nur mein Kopf, sondern auch mein Bauch sagt mir klar, dass ich mit Freakfood in der aktuellen Form aufhören soll. Was am 20. Dezember 2014 begann, findet nun ein Ende.

Verschiedene GrĂĽnde haben zu diesem Entschluss gefĂĽhrt.

Nach gut vier Jahren habe ich das Gefühl, alles Wichtige gesagt zu haben, was man unternehmen kann, wenn man mit der Diagnose einer Autoimmunerkrankung lebt. Das Formulieren der Beiträge und das Entwickeln von Rezepten haben mir geholfen, meine Gedanken, mein Befinden und meine Erfahrungen genauer anzuschauen. Dank dem Blog habe ich ausserdem meine Liebe zum Fotografieren wiederentdeckt und diejenige zum Schreiben neu entdeckt, wofür ich sehr dankbar bin. Zahlreiche Rückmeldungen bestätigen, dass meine persönlichen Erfahrungen anderen Menschen weiterhelfen und ihnen Mut machen können, ebenfalls einen etwas unkonventionellen Weg zu gehen.

Ich bin keine Food-Bloggerin, die regelmässig neue Rezepte erfindet und zeigt. Meine Motivation ist voll und ganz gesundheitlicher Natur und soll zur Reflexion, als Motivation und als lustvolle Hilfe zur Selbsthilfe funktionieren.

Wenn ich die letzten Jahre Revue passieren lasse, wird mir klar, wie sehr ich mich verändert habe. Meine Sicht auf das Leben mit der Diagnose «Rheumatoide Arthritis» ist nicht mehr dieselbe wie vor sechs Jahren, ich möchte auch nicht mehr dauernd mit dieser Erkrankung in Verbindung gebracht werden. Ich bin der Überzeugung, dass ich eine Petra-Erkrankung habe, die zwar am ehesten in die Schublade «Rheumatoide Arthritis» passt, die ich aber nur auf Petra-Art lindern kann. Und da der Umgang mit dieser Petra-Erkrankung immer mehr in mein Inneres führt, möchte ich den weiteren Weg nicht mehr so öffentlich gehen.

Vor allem aber möchte ich meine Lebenszeit nach dem Betreiben dieses Blogs und nach dem Veröffentlichen von Hunderten von Beiträgen auf den sozialen Medien wieder vermehrt analogen Dingen zuwenden. Es ist verrückt, wie normal es für mich geworden ist, mir mehrmals täglich die Frage zu stellen: «Soll ich das fotografieren und posten?» Ich möchte das nicht mehr. Insbesondere Instagram empfinde ich seit längerem als Belastung, die Plattform ist eine Falle für mich als visuellen Menschen, sie hat eine regelrechte Sogwirkung auf mich. Auf Instagram erfahre ich zudem mehr persönliche Dinge von wildfremden Menschen, als ich eigentlich verarbeiten kann. Mir geht das zu nah.

Ich verschwinde aber nicht ganz von der Bildfläche. Mit FOOD MOVEMENT habe ich vor drei Jahren ein Herzensprojekt angeschoben, das inzwischen aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist. FOOD MOVEMENT zeigt auf, was kluge Ernährung alles bewirken kann. Was mir dort gefällt ist, dass andere Menschen zu Wort kommen. Ich stehe nämlich gar nicht so gerne im Mittelpunkt.

Nach dem Wälzen der Hins und Hers, ob ich das Ende von Freakfood wirklich wagen soll, fühle ich mich inzwischen erleichtert, dass ich so entschieden habe. Glaubt mir: Es war nicht einfach (es sind Tränen geflossen). Aber es fühlt sich richtig an, meine Aktivitäten neu zu ordnen und zu reduzieren.

Es gibt aber ein paar Dinge, die bestehen bleiben.

Die Website
Die Website bleibt stehen, sodass die Rezepte sowie alle Infos zu Ernährung, natürlichen Medikamenten, Entspannung, Bewegung und Literatur Interessierten weiterhelfen können.

Beratungen
Ich biete weiterhin Beratungen an für Menschen mit rheumatoider Arthritis und für alle, die an entzündungshemmender Ernährung interessiert sind.

Vorträge
Sehr gerne werde ich auf Anfrage auch weiterhin Vorträge halten zu entzündungshemmender Ernährung, Bewegung, Entspannung, natürlichen Medikamenten und meiner Geschichte.

Wer weiterhin an meinem Tun interessiert ist, kann gerne regelmässig bei FOOD MOVEMENT reinschauen, sich dort für den Newsletter einschreiben und uns auf Facebook folgen.

Es wird mir grad mulmig zumute, wenn ich nun schreibe:

TschĂĽss, ihr lieben.

Ganz herzlichen Dank für die Begleitung, euer Interesse, eure Treue und eure lieben Rückmeldungen über die Jahre. Mit manchen von euch hatte ich immer mal wieder Kontakt, und trotz digitaler Beziehung konnte Nähe und Vertrauen aufgebaut werden. Ich werde euch vermissen!

Ich wünsche euch von Herzen alles Gute, wo auch immer ihr euch befindet, innerlich, körperlich und geografisch.

May you be well.
May you be happy.
May you live with ease.

Herzlich,
Petra

Handoperationspause & Vorschau

Wer mir auf einem Social Media-Kanal folgt oder meinen Newsletter abonniert hat weiss, dass ich im Dezember an meier rechten Hand operiert wurde – die Strecksehnen des Ring- und des kleinen Fingers waren gerissen. Eine Folge meines entzĂĽndeten Handgelenks. Hier stellt sich natĂĽrlich die Frage, ob dies hätte vermieden werde können. Vielleicht? Durch schulmedizinische Medikamente mit mutmasslich starken Nebenwirkungen. Diese Medikamente hätten die in mir schlummernden EntzĂĽndungen womöglich auch nicht gelöscht. Ich habe Kontakt zu mehreren Personen mit rheumatoider Arthritis, deren Beschwerden sich auch mit den stärksten Medikamenten nicht bessern. Deshalb werde ich es nie wissen, was gewesen wäre. wenn… Es ist mir ganz wichtig zu sagen, dass ich das niemandem so empfehlen wĂĽrde. Solltet ihr selbst betroffen sein, dann hört auf euer GefĂĽhl. Nehmt die Medikamente, die IHR nehmen wollt und arbeitet mit Ă„rzten und Therapeutinnen zusammen, denen ihr vertraut.

Die Operation selbst war eine interessante Erfahrung. Ich war bisher noch nie als Patientin in einem Spital gewesen. Ich hatte das grosse Glück, dass mir der Chirurg und die Anästhesisten äusserst sympathisch waren bzw. immer noch sind. Ich fühlte mich in besten Händen.

Zwei Tage nach der Operation bastelte mir die Ergotherapeutin eine beeindruckende Strecksehnen-Schiene:

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Von meiner Duftapotheke und wie ich lernte, um Hilfe zu fragen

Dank meiner Diagnose Rheumatoide Arthritis begann ich in den vergangenen Jahren, mir viele neue Fragen zu stellen. Nicht bloss, was die Ernährung anbelangt. Das war eigentlich das Einfachste.

Vielschichtiger für mich sind Fragen wie: Was könnte meine Erkrankung ausgelöst haben? Welche Faktoren könnten dabei eine Rolle spielen? Was kann ich ändern? Was muss ich als gegeben akzeptieren? Wie kann ich mir helfen? Und auch: WER kann mir dabei helfen?

Ich habe selten so viele Menschen kennengelernt wie auf meinem Arthritis-Genesungsweg. Einerseits Ă„rztinnen und Ă„rzte, aber auch Therapeutinnen, Gleichgesinnte, Leidensgenossinnen, Vorbilder: liebenswĂĽrdige, herzliche und grosszĂĽgige Menschen. Weiterlesen

Mut, Skepsis & Durchhaltevermögen (& Buchverlosung!)

Ich bin nervös.
Ich bin nervös, weil ich mir vorgenommen habe, wieder einmal über meine Gesundheit zu sprechen. Obwohl es mir viel leichter fällt, ein leckeres Rezept zu kreieren und es mehrmals auszuprobieren, um es dann an einem schönen Tag für euch zu fotografieren und hier zu veröffentlichen. Weiterlesen

Resilienz

RESILIENZ…

„…ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch RĂĽckgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass fĂĽr Entwicklungen zu nutzen.“

Ich gehe aktuell durch schwierige Zeiten. Ăśber meinem engsten Freundes- und Familienkreis schweben Krankeit und Tod. Das braucht Kraft und Energie. Weiterlesen

Bohnenspaghetti mit Erbsli & Rucola

Bohnensp. Intro_1

ABER.

Das ist ein häufig genanntes Wort, wenn jemand ihre oder seine Ernährung in Richtung entzĂĽndungshemmend und nährstoffreich umstellen möchte. Kann ich nachvollziehen – I’ve been there.

Es heisst dann:

Aber ich habe keine Zeit.
Aber ich habe keine Ideen.
Aber ich weiss nicht, wie anfangen.
Aber ich kann nicht kochen.

Darum zeige ich heute ein hochgradiges Anti-Aber-Rezept:
Ich wĂĽrde jetzt mal sagen: In 15 Minuten gemacht.
Und erst noch ausgewogen.
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Knusperkräcker mit Avocado-Mango Salsa

Hauptbild Kraecker

Vor meiner Ernährungsumstellung habe ich praktisch von Brot gelebt – als Kind deutscher Eltern ist das allerdings kein Wunder. Brot gehört zur deutschen Esskultur wie der Käse zur Schweiz. Kaum sind wir Deutschen im Ausland, beginnt die Suche nach dem „perfekten“ Brot: Aussen knusprig, innen feucht, möglichst dunkel. Aber ich bin ja in der Schweiz geboren und aufgewachsen, inzwischen sogar eingebĂĽrgert – ich erlebte diese Sehnsucht nach Brot als Seconda. Aber auch hierzulande gibt es eine reiche, regionale Brotkultur. Ich habe sie alle geliebt und kam an fast keiner Bäckerei vorbei: St. Galler Brot, Walliser Roggenbrot, zĂĽrcherisches PfĂĽnderli oder Berner AnkezĂĽpfe.
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Food Songs: Coconut

coconut

Letzten Monat habe ich die Serie Food Songs eingefĂĽhrt. Wer die Idee dahinter und vor allem den ersten Song verpasst hat, kann das hier nachholen.

Heute stelle ich euch einen Song vor, der meines Erachtens die perfekte Zusammensetzung für ein Musikstück enthält, wenn man sich wie ich nach dem Frühling sehnt: Er ist eingängig, leicht, frisch, silly und schräg. Als ich ihn das erste Mal hörte, waren meine Ohren sofort verliebt. Ich entdeckte das Stück auf der Radiostation KCRW und musste sofort zum Laptop rennen und nachschauen, wer das ist: Harry Nilsson – von ihm hatte ich noch nie gehört. Ein Song von 1971. Das Video ist wunderbar trashig.
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Food Songs: Purple Haze

purple haze

Kochen, Essen, Lesen, Lernen, Wandern, Serien kucken und Musik – these are a few of my favorite things (wer den Song nicht kennt: Das ist eine Anspielung an The Sound of Music von Julie Andrews).

Zum Kochen höre ich eigentlich sowieso immer Musik. Pfeifend schneide ich Gemüse und rühre in den Töpfen, eher selten singe ich mit (pfeifen kann ich besser). Musik ist die beste Therapie für mich, wenn es mir aus irgend einem Grund grad nicht so blendend geht. Gute Musik (= total subjektiv, z.B. inklusive Supertramp) versetzt mich fast ausnahmslos wieder in gute Stimmung und ich versöhne mich mit mir, meiner Krankheit und der Welt.

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GemĂĽse-Linsen-Suppe mit Algen

Cover_2

Wer wie ich in einem Land ohne Meeranschluss aufgewachsen ist, könnte es ähnlich gehen wie mir: Algen kannte nur von den Schwimm-Tümpeln auf dem Lande (keine guten Erinnerungen) oder Sushi (zu Beginn gewöhnungsbedürftig). Inzwischen schätze ich Algen – zumindest auf dem Teller.

Algen sind hervorragender Freakfood: Entzündungshemmend und mit einer hohen Dichte an Nährstoffen. Dass Algen mit ihren wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen unsere Ernährung auf ein neues Niveau heben können, lernte ich erst vor kurzem.

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