Archiv der Kategorie: Kleinigkeiten

Kastanienpancakes (wer will mit Schokoladencrème)

Dieses Rezept ist ein glücklicher Zufall.
Wir waren im Tessin in den Ferien, dem südlichen Zipfel der Schweiz, und zwar in einem wunderschönen, abgelegenen Häuschen inmitten eines Kastanienwaldes. Schon VOR diesen Ferien freute ich mich, in der hübschen Küche auch mit Marroni zu kochen – das gehört einfach dorthin. Die Marronisaison hatte jedoch noch nicht begonnen, darum habe ich bei unserem Grosseinkauf in Locarno Kastanienmehl und gefrorene Marroni gekauft.

Gegen Ende der Ferien hatte ich noch etwas Kastanienmehl übrig. Und vor dem Häuschen steht ein riesiger Rosmarinstrauch. «Das könnte passen», dachte ich mir, und schon stand ich in der Küche und mischte Kastanienmehl, geschroteten Leinsamen, etwas Salz und Wasser zusammen. Nein, halt, ich gab auch etwas Mandelmilch dazu. Abgemessen hatte ich die Mengen natürlich nicht, aber es klappte. Wir haben die wunderbar knusprigen Pancakes als Apéro gegessen, und sie schmeckten uns so gut, dass ich schon dort via Facebook mitteilte: die werden ins Repertoire aufgenommen und in einem Beitrag gezeigt.

Erfahrungsgemäss mögen die meisten Menschen in meinem Umfeld Marroni, nur ein paar wenige verschmähen sie. Ich mochte Marroni schon als Kind. Und seit ich mich freakfoodig ernähre, habe ich noch mehr Freude an den Marroniständen, die hier in der Schweiz im Herbst und Winter allerorts stehen und ihren verführerischen Duft verströmen. Heisse, geröstete Marroni sind eine der wenigen Dinge, die ich unterwegs kaufen und problemlos essen kann.

Diese Kastanienpancakes sind ein kulinarisches Chamäleon. Da sie keine zusätzliche süsse Komponente enthalten, kann man sie klassisch herbstlich kombinieren und mit gekochtem Kürbis oder Rotkohl servieren. Weil ich aber weiss, dass viele von euch sehr sehr gerne Süsses mögen, mache ich einen Vorschlag mit einer flugs zusammengerührten Schokoladencrème, eine Art gesundes Nutella. Und weil man davon nicht genug kriegen kann, schlage ich vor, grad eine grössere Menge davon zu machen. Die kommt schon weg.

Wer Rosmarin nicht mag oder grad keinen zur Hand hat oder nicht auf solche Kombinationen steht: einfach weglassen.

Weglassen kann man theoretisch auch den Leinsamen – das Kastanienmehl bindet genügend, damit die Pancakes nicht auseinanderfallen (Achtung: Wer den Leinsamen weglässt, braucht weniger Flüssigkeit, denn geschroteter oder gemahlener Leinsamen nimmt viel Flüssigkeit auf!). MIT dem Leinsamen erhöht ihr jedoch den Nährstoffgehalt um einiges. Und darum geht es bei Freakfood im Kern: Das Essen soll eine möglichst hohe Dichte an Nährstoffen vorweisen. Das ist gesund, macht lange satt und verhindert, dass wir nährstoffarme Dinge essen, die in der Regel den Blutzuckerspiegel hochschnellen lassen und uns schnell wieder hungrig, träge und müde machen.

Auch der Rosmarin ist natürlich optional, ich finde aber, dass er die leichte Süsse des Kastanienmehls mit seinem harzigen Aroma wunderbar ergänzt. 

Nährstoffwissen
Kastanien sind mir noch lieber seit diesem Frühling. Dann habe ich nämlich einen kurzen Beitrag über sogenannte Polyphenole für FOOD MOVEMENT verfasst und habe gelernt, dass Kastanien es unter die 10 polyphenolreichsten Lebensmittel schaffen. Nur ganz kurz: Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die äusserst gesund für uns sind.

Schönerweise befinden sich auch Kakaopulver (3. Platz) und Leinsamen (8. Platz) auf dieser Rangliste. So kann man getrost behaupten, dass diese Pancakes in die Kategorie „gesund“ gehören – obwohl sie so lecker und süsslich schmecken.

Leinsamen sind reich an Omega 3-Fettsäuren und Ballaststoffen. Leinsamen wirken entzündungshemmend und dank Lignanen antikarzinogen und senken den Blutdruck. Da die Samen sehr hart sind, ist es empfehlenswert, geschroteten oder gemahlenen Leinsamen zu essen, damit der Körper die Nährstoffe gut aufnehmen kann. Ich kaufe immer ganzen Leinsamen in Bioqualität und mahle ihn in meinem Vitamix zu feinem Mehl. Dieses Leinsamenmehl bewahre ich in einem Schraubglas im Kühlschrank auf, damit es wegen der Öle nicht ranzig wird. Wer keinen Standmixer hat, kann geschroteten Leinsamen oder Leinsamenmehl kaufen.

Rosmarin ist wie alle Kräuter sehr gesund: Er steigert die Gehirnleistung (hallo, Konzentration!), stärkt das Immunsystem, neutralisiert Viren und Bakterien – ideal in der Erkältungszeit – das in Rosmarin enthaltene Carnosol zeigt eine starke Wirkung gegen Krebszellen, und die Rosmarinsäure kräftigt Herz und Blutgefässe. Superfood? Superfood!

Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=identification+of+the+100+richest+dietary+sources+of+polyphenols 
http://phenol-explorer.eu/
https://www.webmd.com/diet/features/benefits-of-flaxseed#1
https://nutritionfacts.org/topics/flax-seeds/
https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/lignane/5337
https://www.dr-feil.com/blog/lebensmittel/rosmarin.html


Pancakes

Zutaten für ca. 10 Pancakes
1 cup / 100 g Kastanienmehl
2 EL gemahlene oder geschrotete Leinsamen
1,75 dl Mandelmilch, ungesüsst
1/2 TL Salz
1 Zweig Rosmarin, Nadeln abgezupft (optional)
Kokosöl zum Braten

Zubereitung
— Kastanienmehl, Leinsamen und Salz in eine Schüssel geben und gut mischen
— Mandelmilch dazugiessen und zu einem dickflüssigen Teig rühren
— 15 Minuten stehen lassen
— ev. noch 1 EL Mandelmilch dazurühren – der Teig sollte dickflüssig vom Löffel fallen
— 1 EL Kokosöl in einer beschichteten Pfanne schmelzen (mittlere Hitze)
— je 1 EL Pancake-Teig in die Pfanne gleiten lassen und zu einem Kreis ausstreichen
— ein paar Nadeln Rosmarin auf die obere Pancake-Seite legen
— nach ca. 2 Minuten Pancakes wenden und auch die 2. Seite golden anbraten

Schokoladencrème

Zutaten
1 kleines Glas dunkles Mandelmus oder Haselnussmus(250 g)
2 EL Kakaopulver, ungesüsst
3 EL Dattelsirup
3 EL Kokosöl, geschmolzen
1/2 TL Vanillepulver
2 Prisen Salz

Zubereitung
— Mandelmus direkt im Glas mit einer Gabel gut aufmischen (unten ist das nämlich Mus fester)
— Mandelmus in ein grösseres Schraubglas umleeren (weil es sonst überschwappen würde)
— Kokosöl gut in das Mandelmus einrühren
— Kakaopulver gut unterrühren
— Dattelsirup gut unterrühren
— Vanillepulver + Salz gut unterrühren

Diese Pancakes, wohl vor allem MIT Schokoladencrème, schmecken grossen und kleinen Kindern.

Guten Appetit!
Herzlich,
Petra

Kastanienmilch

Als ich kürzlich für FOOD MOVEMENT für einen kleinen Beitrag über Polyphenole recherchiert hatte, habe ich eine Ãœberraschung erlebt: Unter den 10 polyphenolreichsten Lebensmitteln kommt auch die Edelkastanie vor. Die ersten Plätze werden belegt von Gewürznelken, Sternanis, Kakaopulver (!) und Oregano – soweit nicht verwunderlich, denn ich wusste, dass Gewürze und Kräuter hochgradig entzündungshemmend wirken. Dass es aber auch die mir so lieben Marroni auf diese Rangliste schaffen, hätte ich nicht geahnt. Weiterlesen

Magenbrotkugeln

Wenn ich gefragt werde, ob ich lieber Süsses oder Salziges mag, dann antworte ich spontan: Salziges. Aber eigentlich stimmt das so nicht. Zwar esse ich quantitativ viel mehr Salziges oder im weitesten Sinne nicht-Süsses, aber ich esse täglich Süsses – wobei ich ganz klare Lieblinge habe. Weiterlesen

Ofengemüse mit Zigerklee-Frischkäse

Nur schnell vorweg:
Wer keinen Zigerklee mag, kann den Frischkäse auch mit anderen Kräutern zubereiten :)

Die Pause seit dem letzten Rezept ist schon etwas länger her. Obwohl ich gerne einmal pro Monat einen Beitrag produzieren möchte, gelingt mir das nicht immer. Das Jonglieren zwischen meinem Brotjob als Fundraiserin beim Alpinen Museum (helft es gerne mitretten!), FOOD MOVEMENT (Beiträge akquirieren, Menschen für Erfahrungsberichte und Interviews ausfindig machen, Bücher vorstellen, Netzwerk erweitern, Rezepte für FOOBY kreieren, Social Media bewirtschaften), Freakfood und meinem Privatleben lässt dies aber nicht immer zu. Weiterlesen

Müesli-Booster

In einer Woche geht es in die grossen Ferien: 3 Wochen Cornwall!

Ich freue ich sehr auf die englische Küste, Wiesen, Schafe, unsere schönen Cottages, die wir gemietet haben, auf frischen Wind und Tapetenwechsel.

Für jemanden wie mich bedeutet so eine Reise aber auch einiges an Vorbereitung und Organisation. Ich muss an all meine natürlichen Medis denken und bin bereit, etwas mehr zu recherchieren, als es wohl die meisten Menschen vor den Ferien tun. Wo gibt es Restaurants, wo auch ich etwas essen kann? Wo kann ich zu Beginn der Ferien ein paar Basics einkaufen? Wo kriege ich ein Fläschchen CBD-Öl, auf das ich inzwischen nicht mehr verzichten möchte (ich traue mich nicht, mein Fläschchen einzupacken, da der Inhalt doch sehr verdächtig nach Cannabis duftet…). Weiterlesen

Trompe-oeuf (veganes „Spiegelei“)

Endlich wieder ein neues Rezept auf diesem Kanal!
Ich habe zurzeit grad etwas viel auf meinem Teller, wie man im angelsächsischen Raum so schön sagt. Nebst Food Movement und meinem Job beim Museum musste ich vor lauter Enthusiasmus noch eine weitere (noch geheime) Kampagne anzetteln, die meine Zeit braucht.

Aber ich versuche, weiterhin einmal pro Monat ein neues Rezept zu posten, wenn immer es geht. Dabei muss ich jedoch auf meine Energiereserven achten, denn wenn ich mich selbst oft nicht so aufführe: Ich habe nunmal eine chronische Krankheit. Freakfood sollte ja nicht zum Stress werden für mich, sonst ist die Chose kontraproduktiv. Weiterlesen

Feigen-Nuss Guetzli

Mit zwei Dingen hätte ich nicht gerechnet, als ich diesen Blog startete:

1. Dass ich mal bei einem gigantischen Food-Projekt von Coop mitmache. Ich gehöre für Food Movement zur FOOBY-Community und werde viele gesunde und leckere Rezepte für FOOBY entwickeln. Ganz getreu meinem Freakfood-Claim: Healthy & Delicious. Weiterlesen

Linsen-Walnuss-Nori Pâté

Das Wandern ist auch sehr der Petra Müller’s Lust, seit sie nicht mehr klettern und bergsteigen kann. Das heutige Rezept ist das Ergebnis der Suche nach dem perfekten Wanderpicknick – einer Creme, die ich auf Cracker oder Rohkost streichen kann. Die Vorgaben waren: Sie muss cremig, herzhaft, nährend (sattmachend), nährstoffreich und einfach zu machen sein.

Die Idee für diese Pâté kam mir dank zwei Rezepten: Die Walnuss Pâté aus Rich Roll und Julie Piatts ‚Plantpower Kochbuch‘ und die Sunflower Seed „Tuna“ aus Sarah Brittons ‚My New Roots‘ Kochbuch. Ich wollte sie jedoch noch proteinreicher machen, deshalb nehme ich Linsen statt Sonnenblumenkerne. Weiterlesen

Broccoli-Hummus

Ok, das mit dem Hummus ist schon mal gelogen.

Denn Hummus besteht traditionellerweise aus Kichererbsen. Vergebt mir und lasst mich diesen Traum aus Broccoli trotzdem Hummus nennen. Denn konsistenzmässig kommt er Hummus einfach am nächsten. Ausserdem habe ich ja bereits den Linsen-Mandel-Hummus behauptet, der bei vielen von euch sehr gut ankommt, wie ich immer wieder höre und was mich sehr freut!

Aus Neugierde habe ich soeben überprüft, wie es mit dem Proteingehalt bei Hummus mit Kichererbsen und meinem Broccoli-Hummus aussieht: Gar nicht übel. Mit der Zugabe von Nüssen kann es der Broccoli-Hummus beinahe mit dem aus Kichererbsen aufnehmen, ausserdem enthält der Broccoli-Hummus natürlich zusätzliche wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, die der klassische Hummus nicht bieten kann. Weiterlesen

Regenbogen-Pâté

Regenbogen Pate

Wer mag Dips und Aufstriche so gerne wie ich?

In diese Kategorie fällt mein geliebter Hummus, sei es aus Kichererbsen oder Linsen. Bevor ich immer gründlich alle Zutaten auf gekauften Lebensmitteln las, verdrückte ich im wahrsten Sinne des Wortes auch öfters eine Tube Tartex. Dort drin hat es jedoch: Hefe, Wasser, Palmöl, Sonnenblumenöl, Kartoffelstärke, Meersalz, Tomatenmark, Hefe Extrakt. Könnte schlimmer sein, definitiv aber gesünder.
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Knusperkräcker mit Avocado-Mango Salsa

Hauptbild Kraecker

Vor meiner Ernährungsumstellung habe ich praktisch von Brot gelebt – als Kind deutscher Eltern ist das allerdings kein Wunder. Brot gehört zur deutschen Esskultur wie der Käse zur Schweiz. Kaum sind wir Deutschen im Ausland, beginnt die Suche nach dem „perfekten“ Brot: Aussen knusprig, innen feucht, möglichst dunkel. Aber ich bin ja in der Schweiz geboren und aufgewachsen, inzwischen sogar eingebürgert – ich erlebte diese Sehnsucht nach Brot als Seconda. Aber auch hierzulande gibt es eine reiche, regionale Brotkultur. Ich habe sie alle geliebt und kam an fast keiner Bäckerei vorbei: St. Galler Brot, Walliser Roggenbrot, zürcherisches Pfünderli oder Berner Ankezüpfe.
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Knusprige Tamari-Kerne

Titel_2

Das ist wohl eines der einfachsten Rezepte ever. Von Rezept kann man eigentlich gar nicht mehr sprechen. Das Schöne daran: Das Verhältnis von Aufwand und Knusper-Vergnügen fällt hochgradig zugunsten des Vergnügens aus.

Diese Tamari-umhüllten, gerösteten Sonnenblumenkerne und Mandeln sind vielseitig einsetzbar: Einfach so als Snack, aber natürlich auch über Suppen, Salate und Gerichte gestreut.

Ich weise jede Verantwortung ab, wenn ihr von den Dingern zu viel esst. Weil man kaum aufhören kann, wie es so ist mit knusprigen, salzigen Sachen. Natürlich sollte man es auch mit Tamari-Kernen nicht übertreiben. Aber eine gesündere Alternative zu Chips sind sie allemal.

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