Linsen-Mandel-Hummus

Hummus

Hummus! Das war vor vielen Jahren Liebe auf den ersten Schleck. Meine Liebe ist so gross, dass ich mich auch schon unter grössten inneren Widerständen von einem Apérobuffet fernhalten musste, um nicht schamlos einen Riesenberg Hummus auf den nächsten Taco zu schaufeln und mich als masslos zu outen. Dabei ist die Lösung ganz einfach: Hummus-Orgien zu Hause.

Seit Jahren mache ich Hummus, und seit ich mir einen Hochleistungsmixer gegönnt habe, gibt es ihn noch öfter: Damit wird er so geschmeidig und cremig, dass ich mich reinlegen könnte.

Was ich erst letztes Jahr entdeckt habe ist warmer Hummus. Weil ich ihn dann als Beilage zum Znacht essen kann, und zwar in grösseren Mengen als so ein bisschen zum Dippen zwischendurch oder zum Mittagessen.

Seit ich freakfoodig koche, kommen bei uns mindestens 3 Mal wöchentlich Linsen auf den Tisch. Da es mir aber schnell langweilig wird, immer dasselbe zu essen (auch wenn wir mit den Linsenarten abwechseln), habe ich eines Tages entschieden, die Linsen zu pürieren und mit den üblichen Zutaten von Hummus zu mischen. Dieser Versuch hat sich gelohnt: Ich mag Linsenhummus sogar noch besser als den mit Kichererbsen!

Bei diesem Rezept habe ich das traditionelle Rezept nochmals gebrochen, indem ich statt Tahini (Sesampaste) Mandelbutter benutze. Auf zahlreichen Health Food Blogs wird Tahini momentan in den Himmel geschwärmt, Tahini hier Tahini dort. Über alles wird Tahinisauce gegossen. In meinem Mund schmeckt Tahini irgendwie spitz und aufdringlich, Mandelmus hingegen empfinde ich als rund, weich und ausgewogen. Ganze Sesamsamen und insbesondere gerösteten Sesam mag ich hingegen sehr, Tahini benutze ich nicht so oft. Also habe ich kurzerhand Linsenhummus mit Mandelmus gemacht – et voilà: Mein Liebling war geboren.

Der Lieblingshummus hat den weiteren Vorteil, dass er viel schneller zubereitet werden kann als Hummus mit Kichererbsen (ausser, man verwendet Kichererbsen aus der Büchse).

Was sich aus meiner Erfahrung sehr lohnt ist übrigens, die Linsen 24 Std. in kaltem Wasser einzuweichen. Seit ich sogar rote Linsen über Nacht einweiche, wird die Gasbildung bei mir auf praktisch Null reduziert, sie sind wesentlich leichter zu verdauen. Ganz wichtig ist natürlich, dass man das Einweichwasser abschüttet und die Linsen in einem Sieb nochmals gründlich durchspült. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Kochzeit verkürzt. Achtung: Da die Linsen bereits viel Wasser aufgenommen haben, braucht es für den Kochvorgang nur noch wenig Flüssigkeit.

Nährstoffwissen:

Linsen sind eine ideale Proteinquelle, denn sie enthalten rund 25 % Eiweiss. Ausserdem enthalten Linsen wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, deren Werte sich durch das Einweichen (Vorstadium des Keimens) tendenziell erhöhen. Bis vor kurzem hielt ich mich an die gängige Meinung, dass Linsen nicht eingeweicht werden müssen (im Gegensatz zu Bohnen und Kichererbsen). Dann wollte ich aber mal wissen, ob ein Unterschied zu spüren ist, wenn man Linsen einweicht. Hier spreche ich insbesondere von der Gasbildung. Mein Fazit: Es lohnt sich, auch Linsen einzuweichen. Was eigentlich auch nicht wundert, wenn man bedenkt, dass das Einweichen die Aktivität von „Anti-Nährstoffen“ wie Phytat- und Lektin-Hemmern senkt.

Phytinsäure speichert Stoffe, die der Keimling zum Wachstum benötigt. Phytinsäure kann jedoch die Aufnahme von Kalzium, Zink und Eisen im menschlichen Körper behindern.

Lektine kommen u.a. in Getreide und Leguminosen vor und dienen der Pflanze als Schutz vor Schädlingen. Sie sind in rohem Zustand teilweise giftig für den Menschen und können durch Kochen oder Einweichen reduziert werden. Lektine können jedoch Entzündungen fördern. Insbesondere Weizen, Roggen und Kidneybohnen haben einen sehr hohen Lektingehalt.

Linsen und Bohnen haben ausserdem einen niedrigen glykämischen Indes (GI), Das ist gut, denn das bedeutet, dass unser Blutzuckerspiegel nach deren Konsumation nicht stark ansteigt. Offenbar haben Linsen und Bohnen sogar einen sogenannten „Second Meal Effect“, das heisst: Wenn wir abends Linsen essen, steigt unser Blutzuckerspiegel noch am nächsten Morgen weniger stark an als wenn wir beispielsweise Spaghetti gegessen hätten, selbst wenn wir morgens einen zuckerhaltigen Energy-Drink oder ein Croissant zu uns nehmen. Hier ein interessantes Video dazu (in englisch).

(Quellen: Multiple Sklerose erfolgreich behandeln/Dr. Terry Wahls, Wikipedia, nutritionfacts.org, persönliche Erkenntnisse)

HummusZutatenJPG

 

Zutaten für 2 – 3 Personen
1 cup / 2,5 dl rote oder gelbe Linsen  >> möglichst am Vorabend in Wasser + 1 TL Apfelessig eingeweicht
1 Bund frischer Koriander (optional)
1 EL Olivenöl, bio und kaltgepresst
1 EL Mandelmus
1 TL Tamarindenpaste* (oder Zitronensaft)
2 Knoblauchzehen
etwas Salz
etwas Cayennepfeffer
etwas Sesam

*Tamarindenpaste gibt es hier in Bioqualität oder in Asia-Lebensmittelgeschäften

Linsenroh    eingeweichte Linsen

Zubereitung
– Linsen am Vortag in kaltem Wasser + 1 TL Apfelessig einweichen

– Einweichwasser abschütten und Linsen in einem Sieb gut spülen
– Linsen ganz knapp mit Wasser bedecken und auf kleinem Feuer und zugedeckt weichkochen, das dauert 5 – 7 Minuten (uneingeweichte Linsen brauchen 10 – 12 Minuten)
– alle Zutaten mit Ausnahme des Korianders mit dem Mixer pürieren, ev. etwas Wasser hinzugeben für eine cremige, aber nicht flüssige Konsistenz
– Koriander fein hacken (mit den Stengeln, die schmecken auch) und unter den Hummus ziehen
– Sesam in einer Teflonpfanne kurz anrösten

Als Beilage zu gedünstetem Gemüse (Rotkohl, Rosenkohl, Broccoli, Fenchel, Zucchini…) servieren.

Schmeckt auch lauwarm oder zimmertemperaturig!

Ich wünsche wohlige Hummus-Orgien :)
Petra

...und wie wäre es damit?

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2 Gedanken zu „Linsen-Mandel-Hummus

  1. Melanie

    Ich bin über Dein Süßkartoffel-Pastinaken Rezept auf Deinen Blog gestoßen, genau so was wollte ich heute kochen und suchte noch die richtige Inspiration.
    Jetzt lese ich mich auf deinem Blog hungrig und bin auf Deinem Humus-Rezept gelandet. Mmmmhhh lecker. Ich könnte auch täglich Hummus Orgien feiern, in allen Variationen, angefangen beim Frühstück. Dein Rezept werde ich definitiv ausprobieren. Linsen Hummus habe ich auch schon gemacht, aber die Kombination mit Mandelmus, Koriander und Tamarinde klingt sehr attraktiv. Ich liebe solche Kombis.

    Das Süßkartoffel-Pastinaken Püree werde ich noch mit Trüffelöl verfeinern. Für die Linsen werde ich Belugalinsen nehmen und diese mit Zwiebeln, Knoblauch, Cumin und Lorbeer kochen, mit einem Schuss Balsamico-Essig. Dazu gibt es bei mir zum Radicchio noch gebratene Austernpilze, ebenfalls mit Zwiebeln und Knoblauch. Ich finde das passt ganz gut zusammen. Eine tolle Kombination von Süß- und Bitterstoffen. Danke für die tolle Rezeptidee, die hat mich total inspiriert.

    1. Petra Beitragsautor

      Hallo Melanie
      Herzlichen Dank, das freut mich, wenn du auf Freakfood Inspiration gefunden hast.
      Deine Variante tönt sehr lecker – guten Appetit!
      Lieber Gruss
      Petra

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