Schoggi mit Pfefferminz-Füllung (After Eight)

Magst du Schokolade?

In meiner Familie sieht es so aus: Mein Vater liebt Schokolade, meine Mutter kann sie nicht ausstehen. Diesbezüglich bin ich ein Apfel, der nicht weit von Vaters Stamm fällt. Ich mag Schoggi sehr. Bis vor meiner Ernährungsumstellung vor 5 Jahren bevorzugte ich Milchschokolade. Dunkle Schoggi war mir 1. zu bitter und 2. ein wenig versnobt. Die Liebhaberinnen und Liebhaber schwarzer Schokolade schienen irgendwie arrogant auf uns Milchschoggi-Pöbel herunterzuschauen, die sich mit milch- und zuckergepanschter Schokolade abgeben (ein bisschen so wie Biertrinker auf Panache-TrinkerInnen blicken).

Das ist natürlich Quatsch. Ob man dies oder jenes mag, kann man nicht wählen. Ausser vielleicht, wenn man wie ich vor einer massiven Entscheidung steht: Zucker wenn immer möglich vermeiden, und Milch(pulver) grad auch (= meine Situation vor 5 Jahren). Mir blieben nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich gewöhne mich an schwarze Schokolade (mind. 80 % Kakaoanteil), oder ich lasse das mit der Schoggi ein für alle mal bleiben.

Ihr habt es bereits gemerkt: Ich habe ein neugieriges Naturell. Ich gab mich dem Experiment „Dunkle Schokolade“ hin. Zuerst mit 70 % Kakaoanteil („das geht ja noch!“) bis hin zu 100 % Kakaoanteil – das ist für meinen Geschmack jedoch eine ziemlich trockene Angelegenheit.

Das Wunder geschah wohl eher über den Intellekt als über die Zunge, denn: Ich entdeckte schon bald, dass reiner Kakao und sehr dunkle Schokolade entzündungshemmend wirkt. Zu erfahren, dass dunkle Schokolade quasi zur Medizin wird, machte mir den Schritt weg von der Milchschokolade relativ einfach. Mir ist immer noch nicht klar, dass Rheumatologen solche positiven Neuigkeiten nicht ihren Patientinnen und Patienten mitteilen – wohl alle ausser meine Mutter würden ihren Spezialisten bestimmt für solche Tipps schätzen.

Item. Inzwischen esse ich sogar mit Vorliebe reinen, rohen Kakao in Nibs-Form, oder ich geniesse zwei, drei rohe, knackige Kakaobohnen zum Dessert, die mir mal eine Freundin geschenkt hat. Merkt ihr was? Auch wenn roher Kakao grundsätzlich entzündungshemmend wirkt, so ist auch hier die Devise: wenig in guter Qualität.

Im Laufe der Jahre merke ich, auf welche Lebensmittel und Gerichte ich gut verzichten kann (z. B. Hartweizenspaghetti, Lasagne, Kägi Fret, Auberginen, Kuhmilch, ). Aber hie und da poppt ein ganz spezifisches Produkt auf, das ich ganz gerne wieder mal essen würde. Das ich aber „in gesund“ neu erfinden muss, da die traditionelle Variante mir nicht mehr bekommt. Magenbrot war so etwas, darum habe ich auch die Magenbrotkugeln entwickelt, oder aber: After Eight.

Hier scheiden sich wohl die Geister. Minze und Schokolade sind eine Kombination, die nicht alle mögen. Ich weiss aber, dass unter euch ein paar sind, die das wie ich heiss lieben. Darum, für euch: Hier kommt meine freakfood-taugliche Schoggi mit Pfefferminz-Füllung!

Ich habe mir dafür übrigens extra eine Schokoladen-Form aus Silikon gekauft. Sie kostet knapp CHF 10 und kann mit günstigen Versandkosten auch in die Schweiz bestellt werden. Vielleicht erhält ihr so eine Form auch in einem Küchenladen in eurer Nähe – ich wurde auf die schnelle nicht fündig.

Ein wichtiges PS:
Es gibt Menschen, die vertragen Pfefferminze am Abend nicht gut, da Pfefferminze stimulierend wirken kann. Es ist daher je nachdem ratsam, diese Schoggi nicht später als am frühen Nachmittag zu geniessen.

Ein ergänzendes, weiterführendes PS:
Seit über einem Jahr beschäftige ich mich mit ätherischen Ölen, sogenannten essential oils. Ich habe bereits eine ganze Palette von verschiedenen Ölen, darunter beruhigenden Lavendel, stimmungsaufhellende Wilde Orange, schmerzstillendem Frankincense (Weihrauch) oder Geranium bei Schock. Pfefferminzöl hat auch eine spannende Wirkungsweise. Wer etwas englisch kann und es interessiert, hier ein Aspekt von Peppermint aus dem Buch Emotions & Essential Oils:

PEPPERMINT
The Oil of a Buoyant Heart Peppermint brings joy and buoyancy to the heart and soul. It invigorates body, mind, and spirit and reminds individuals that life can be happy, and they don’t have to be controlled by fear. It lifts an individual out of their emotional trials for a short reprieve. When an individual uses Peppermint, they feel as though they’re gliding through life. It assists in staying on the surface of emotional issues like floating on top of water.

The power of Peppermint can be felt most in times of discourage- ment or despair. When the individual is disheartened, they may use Peppermint to rediscover the joy of being alive.

However, a person may also abuse the properties of Peppermint oil. If it is used as a permanent escape to avoid dealing with emotional pain, it can hinder growth and progress. Peppermint should not be used in this way. It aids individuals who need a short breather. At times, a reprieve is necessary before reentering emotional waters, but one is not meant to wade in the shallow end forever. When it is accepted and embraced, emotional pain serves as a teacher. Peppermint can assist an individual in regaining the strength needed to face their emotional reality.

Negative Emotions: Unbearable pain, intense despair, heaviness, pessimistic, muddled
Positive Properties: Buoyant, optimistic, clear, relieved, renewed, strength to face emotional pain

→ Wer ein hochwertiges Pfefferminzöl kaufen möchte, das auch für die innere Anwendung zugelassen ist, aber nirgendwo fündig wird, kann sich gerne bei mir melden: petra@freakfood.ch.

Nährstoffwissen
Reines, ungesüsstes Kakaopulver oder Schokolade mit mind. 80 % Kakaoanteil wirkt entzündungshemmend. Das liegt am Epicatechin, das die Bildung des entzündungsfördernden Stoffes TNF alpha unterdrückt. Ebenfalls entzündungssenkend wirken die Procyanidine im Kakao.

Die sekundären Pflanzenstoffe Flavonoide und Polyphenole im Kakao wirken sich zudem positiv auf unsere Darmflora aus. Im Verdauungstrakt des Menschen gibt es „gute“ und „böse“ Bakterien – eine ausgeglichene Balance dieser Bakterien wäre das anzustrebende Ideal (nährstoffreiche, kohlenhydrat- und zuckerarme Ernährung à la Freakfood helfen dieser Balance).

Die guten Darmbakterien wie Bifido- und Milchsäurebakterien können antioxidative Bestandteile produzieren, die ihnen dank dunkler Schokolade zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass oxidativer Stress reduziert oder neutralisiert werden kann. Oxidativer Stress spielt unter anderem bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten eine Rolle. Auch bei hohem Blutdruck kann sich dunkle Schokolade offenbar positiv auswirken – die Liste der gesundheitsfördernden Eigenschaften von Kakao liesse sich fortsetzen (siehe http://www.acs.org/content/acs/en/pressroom/newsreleases/2012/march/science-celebrates-cocoa-and-chocolates-potential-health-benefits.html).

Was jedoch zu beachten ist: „Was die antioxidative Wirkung angeht, erwies sich Kakaopulver (…) als überlegen (…). Ähnliches gilt für dunkle Schokolade. Beim Erhitzen, also der Zubereitung einer heißen Schokolade oder eines Kakao-Getränks, gehen die gesundheitsfördernden Substanzen allerdings teilweise verloren.“ (http://science.orf.at/stories/1675337)

Quellen: Arthrose und Gelenkschmerzen überwinden, Forschungsgruppe Dr. Feil; http://www.dr-feil.com/lebensmittel/schokolade-gesund.html; http://science.orf.at/stories/1735236/; http://www.gesundheitundwissenschaft.com/2014/04/dunkle-schokolade-gut-furs-herz-noch.html; http://www.acs.org/content/acs/en/pressroom/newsreleases/2012/march/science-celebrates-cocoa-and-chocolates-potential-health-benefits.html; Wikipedia

Zutaten für 2 Tafeln
pro Tafel 80 g schwarze Schokolade (mind. 80 % Kakaoanteil, ich bevorzuge Bioqualität)
2 gehäufte TL Kokosmus
3 TL heisses Wasser
1 TL Birkenzucker
5 – 7 Tropfen Pfefferminzöl (es muss für die innere Anwendung zugelassen sein!)
1 TL-Spitze Spirulinapulver
1 lebensmitteltauglicher Plastikbeutel

Zubereitung
— Für die Füllung Kokosmus in ein kleines Glas geben und mit 3 TL heissem Wasser unter Rühren schmelzen
— Nacheinander Birkenzucker, Spirulinapulver und Pfefferminzöl unterrühren, bis eine geschmeidige Masse entsteht (sollte die Masse zu trocken oder zu flüssig werden, einfach wenig heisses Wasser bzw. mehr Kokosmus hinzufügen und nochmals gut rühren)

— Minzfüllung sorgfältig in die Ecke eines kleinen Plastikbeutels löffeln
— mit einer Schere wenige Millimeter der Beutelecke wegschneiden, sodass ein Dressiersack entsteht

— Schokolade auf einem Brett mit einem scharfen Messer in kleine Stücke schneiden
— 5 dl Wasser aufkochen und ein Bain-Marie machen: eine kleine Metallschüssel in das heisse Wasser stellen, sodass die Schüssel auf dem Wasser schwimmt.
— Schokoladenstücke in die Metallschüssel geben und unter Rühren schmelzen

— Den Boden der Silikonform mit der flüssigen Schokolade ausgiessen
— In jedes „Abteil“ der Form etwas Minzfüllung spritzen, ungefähr ein erbsengrosser Klacks
— Die Silikonform mit der restlichen Schokolade auffüllen

Die Silikonform vorsichtig in den Kühlschrank stellen und auskühlen lassen (das dauert ca. 45 Minuten).

Viel Spass beim After-Eightlen!
Herzlich,
Petra

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...und wie wäre es damit?

2 Gedanken zu „Schoggi mit Pfefferminz-Füllung (After Eight)

  1. Esther Erni

    Guten Tag Frau Müller
    Ich hab Ihren interessanten Bericht im Vivere gelesen. Auch bei mir wurde von der Schulmedizin Rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Sehr gerne würde ich mich mit Ihnen mal bezüglich „Ausschlussdiät“ unterhalten.

    Freundliche Grüsse
    Esther Erni

    Antworten
    1. Petra Beitragsautor

      Liebe Frau Erni
      Schön, dass Sie via Vivere auf meinem Blog gelandet sind!
      Es tut mir leid zu hören, dass Sie eine Leidensgenossin sind.
      Ich biete Beratungen an, es würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
      Mit herzlichen Grüssen
      Petra Müller

      Antworten

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