Süss-sauer eingelegte Randen (rote Beete)

Dieses Rezept ist quasi ein Geburtstagsrezept, denn gestern wurde Freakfood 2 Jahre alt, jupi!

Was habe ich in dieser Zeit nicht alles gelernt!
Zu allererst habe ich mich vertraut gemacht mit einer entzündungshemmenden Ernährung, die nicht nach langweiliger “Diät” aussehen, sondern Lust machen soll, Neues auszuprobieren und den kulinarischen Horizont zu erweitern.

Dann habe ich WordPress kennengelernt, die Software, mit der ich diesen Blog bewirtschafte. Ich habe Beratungen von Arthritis-Patientinnen machen und damit tolle Menschen kennenlernen dürfen. Ich habe mich mit Facebook auseinandergesetzt und als ideales Medium für ein Anliegen wie meines entdeckt – privat hatte es mich vorher nie interessiert.

Ich durfte erste Seminare und Kurzvorträge vor interessiertem Publikum halten und wurde zu einem Podcast eingeladen. Als eine Art Weiterführung von Freakfood habe ich den Verein Food Movement gegründet und arbeite mit Herzblut zwei Tage die Woche an diesem Projekt, ideell unterstützt von spannenden Persönlichkeiten und finanziell unterstützt von ersten nationalen Partnern. Wir zeigen dort, was Ernährung alles bewirken kann, parallel zu Medikamenten, Bewegung und Entspannung. Wir haben den HEALTHY FRIDAY lanciert und zeigen auf Food Movement jeden Freitag gesunde Rezepte und Tipps.

Aber das Wichtigste: Ich konnte (wie viele von euch wissen), letzten Sommer die Rheuma-Medikamente absetzen und habe seit Juli kein einziges Arcoxia mehr genommen. Ein wichtiger Meilenstein, der mir Mut macht, meinen Weg weiterzugehen – auch wenn die Schulmedizin so einen Weg aus meiner Erfahrung leider nicht wirklich unterstützt. Ich vermeide, wie so viele chronisch Kranke, den Weg zum “Spezialisten”.

Aber zurück zu Freakfood. Mein Ziel damit ist, euch einfache, schöne und leckere Rezepte zu zeigen, die hoffentlich sofort Lust machen, sie nachzukochen – OBWOHL sie gesund sind. Denn wir alle haben unseren kulinarischen Hintergrund, stark geprägt durch die Familie, in der wir aufgewachsen sind, aber natürlich auch durch unseren persönlichen Blick und Umgang mit Essen, Lebensmitteln, Kochen und satt werden. Wir alle haben unsere Lieblingsgerichte, meist seit Jahren, und oft handelt es sich dabei um Comfort Food mit der Zauberformel Süss-Salzig-Fettig, auf die wir aus evolutionären Gründen immer noch ziemlich scharf sind.

Meine Idee mit Freakfood ist, dass ihr euch an neue Gerichte heranwagt. Oberstes Gebot dabei ist: sie müssen einfach herzustellen sein und schmecken. Wenn immer es geht, bringe ich an Sitzungen, Treffen oder Vorträge etwas Freakfood mit. Das ist die einfachste Überzeugungsarbeit. Sobald nach dem ersten Bissen genüsslich die Augen verdreht werden (oft bei den Supercrackern oder Easy Peasy Mini Brownies) ist klar: Die hab ich! Und schon wird nach dem Rezept gefragt.

So soll es sein. Schritt für Schritt Neuland erkunden, auf das eigene Tempo eingehen, ja nichts überstürzen. Ein Rezept so lange machen, bis es sich ganz normal einfügt ins Alltags-Repertoire. Dann ein weiteres Rezept ausprobieren. Ein Jahr später – da bin ich mir fast sicher – mag man gar nicht mehr ohne das “neue” Müesli, die Nuss- statt Kuhmilch oder die glutenfreien Cracker sein.

Und so geht es euch hoffentlich auch bei diesen eingelegten Randen bzw. Roter Beete. Das ist wohl das einfachste Rezept, um Gemüse haltbar zu machen. Mit diesen eingelegten Randen habt ihr für mehrere Wochen eine bunte und gesunde Zutat griffbereit. Sie schmecken auf Salat, auf einer dicken Suppe, über ein Gemüsepüree oder Hummus gestreut, auf einem Supercracker mit Kokosjoghurt oder mit Casheeze, dem besten veganen Frischkäse, den ich kenne.

Farblich sind die eingelegten Randen ein ziemlicher Hingucker und peppen jedes Gericht auf. Wer mich kennt weiss, dass ich am liebsten den ganzen Regenbogen auf dem Teller habe.

Wer so kurz vor Weihnachten noch ein Geschenk braucht: Le voilà!

Ihr braucht lediglich rohe Randen, Apfelessig, Beeren oder Früchte und ein paar Einmachgläser. Und eine halbe Stunde Zeit. Ich bin mir sicher, dass sich jede und jeder über so ein Glas mit eingemachten Randen freut.

Nährstoffwissen:
Schauen wir doch mal auf die Nährstoffe, die Randen enthalten.

– Eisen: Wichtig für den Sauerstofftransport im Blut
– Kalium: Reguliert den Wasserhaushalt und das Säure-Basen-Gleichgewicht
– Niacin: Wirkt antioxidativ und reguliert den Blutzucker
– Kupfer: Unterstützt das Immun- und Zentralnervensystem, hilft der Blutbildung
– Vitamin C: Wichtiges Antioxidans, entgiftet die Leber, senkt C-reaktives Protein (Entzündungen)

Randen enthalten aber auch Folsäure, Zink, Kalzium, Mangan, Magnesium und Phosphor. Ausserdem sind sie reich an sekundären Pflanzenstoffen.

Falls ihr im Sommer und Herbst Randen mit schönen Blättern finden solltet: Diese unbedingt auch essen! Die Blätter enthalten ebenfalls wertvolle Nährstoffe und können kleingeschnitten im Salat oder wie Spinat gedünstet gegessen werden. (Ihr könnt eigentlich alle Blätter unserer Nutzpflanzen essen, ich mag zum Beispiel die Blätter von Broccoli sehr, esse aber auch Karottengrün, Radieschenblätter und Kohlrabiblätter)

Die Forschungsgruppe Dr. Feil schreibt ausserdem zur Rande: “Ein regelmäßiger rote Bete Konsum begünstigt die Bildung von sogenannten Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle). Je mehr Mitochondrien wir haben, desto leistungsfähiger sind wir. Wer mehr Mitochondrien im Alter besitzt, der altert auch langsamer und bleibt jung. Außerdem fühlen wir uns vitaler, je mehr gesunde Mitochondrien wir besitzen.”

Am besten esst ihr mehrmals die Woche Rande, sei es eingelgegte, frische oder gekochte. Eine wahre Superknolle!

Quellen: Staying Healthy with Nutrition/Elson M. Haas, MD, Burgerstein Handbuch Nährstoffe

Zutaten
– rohe Bio-Randen (rote Beete): Rote, gelbe oder gestreifte Chioggia-Randen
– Apfelessig (ich mag den unpasteurisierten demeter-Apfelessig von Beutelsbacher)
– saubere Einmachgläser
– Wasser

je nach Lust & Laune
– Himbeeren, frische oder gefrorene, je nach Saison
– Granatapfelkerne
– Persimmon
– Orange
– frischer Ingwer, ca. so gross wie der halbe Daumen
– 3 Zweiglein Rosmarin

Ich habe mich für folgende Kombinationen entschieden:
– Rote Rande: Orange + Granatapfelkerne
– Chioggia Rande (gestreift): Rosmarin + Himbeeren
– Gelbe Rande: Ingwer + Persimmon

Zubereitung
– Randen unter fliessendem Wasser abbürsten
– Wurzeln und Blattansatz knapp wegschneiden
– Randen auf einer Mandoline in feine Streifen raffeln oder mit dem Messer in feine Streifen schneiden
– Persimmon waschen die Hälfte davon in kleine Stücke schneiden
– Orange schälen und die Hälfte davon in kleine Stücke schneiden
– Ingwer schälen und in feine Scheibchen schneiden

– Beeren, Früchte und Gewürze in die Gläser verteilen
– Randen darüber einfüllen
– ca. 1/4 des Glases mit Apfelessig begiessen
– soviel Wasser aufkochen, um alle Gläser zu füllen zu können
– Gläser mit kochendem Wasser auffüllen
– die Gläser offen stehend abkühlen lassen
– die Gläser mit den Deckeln schliessen und im Kühlschrank lagern

Die eingelegten Randen sind mehrere Wochen (oder gar Monate) im Kühlschrank haltbar.

Beim Entnehmen von eigelegten Randen immer eine saubere Gabel oder Zange benutzen (NIE ablecken und wieder rein damit) und wieder so versorgen, dass alle sich die Randen unterhalb der Flüssigkeit befinden.

 

Und jetzt wünsche ich euch bunte, friedliche, gemütliche und erholsame Feiertage mit leckerem Essen und einen geschmeidigen Rutsch ins 2017 ♥

Peace & Love,
Petra


...und wie wäre es damit?

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