Sushi Bowl

SushiBowl

Es geht mir oft so, dass ich Lust auf einen spezifischen Geschmack habe. Manchmal sind es einzelne Gewürze und Kräuter wie Safran oder Basilikum, manchmal sind es aber auch die Geschmackskombinationen spezieller Gerichte wie die von Pizza oder Sushi. Die Geschmacksnerven einzelner Aromen zu befriedigen ist relativ einfach. Für mich heisst das: Habe ich die passenden Zutaten für ein Safran-Gericht im Haus? Ich liebe beispielsweise Fenchel oder Krautstiel an einer einer Cashewrahm-Safran-Sauce.

Wenn ich Lust auf Pizza oder Sushi habe, kombiniere ich die klassischen Aromen dieser Mahlzeiten im Freestyle mit oft total anderen Grundzutaten. Ich liebe die Punk-Küche! Erlaubt ist, was gefällt. Wir hatten beispielsweise schon „Pizza-Linsen“: Linsen mit viel Knoblauch, Tomatenpüree und Oregano und irgendein Gemüse dazu. Schmeckt prima. Das ärgerliche an Pizza ist für mich sowieso, dass sie nach dem ersten Stück bereits erkaltet ist, und ich möchte warme Gerichte bitteschön auch warm essen.

Bei meiner des öfteren vorkommenden Sehnsucht nach Sushi geht es ebenfalls viel einfacher, als in stundenlanger Arbeit hübsche Sushi-Rollen zu basteln. Ich mache mir dann jeweils eine Sushi Bowl. Das ist eine Schüssel voller Salate und rohen Gemüsen mit Quinoa und einer Sauce mit den typischen Sushi-Aromen: Nori, Sojasauce, Ingwer und Wasabi.

Die Sushi Bowl hat nebst der Zeiteinsparung für das Zubereiten noch einen weiteren Vorteil: Sie enthält viel mehr Nährstoffe als ein paar Sushi, weil nicht weisser Reis die Hauptrolle spielt. Und der glänzt weder was Proteine und Ballaststoffe, noch was Vitamine und Mineralstoffe anbelangt. Meine persönliche Erfahrung: Eine Stunde nach Sushi habe ich bereits wieder Hunger.

Nährstoffwissen:
Ich wollte es selbst mal genauer wissen und habe einen Vergleich zwischen Quinoa, Hirse, braunem und weissem Reis aufgestellt. Die Zahlen mögen natürlich leicht variieren, je nachdem, welche Quelle man anzapft. Aber ein Fazit kann dennoch gezogen werden, wenn man sich die Zahlen anschaut:

Die Angaben gelten pro cup bzw. 250 ml, gekocht.

Quinoabrauner ReisHirseweisser Reis
Kohlenhydrate
13 %15 %14 %15 %
Ballaststoffe21 %14 %9 %3 %
Protein16 %9 %12 %8 %
Vitamin A9.3 IU-5.2 IU-
Vitamin E1.2 mg--0.1 mg
Kalzium31.5 mg19.5 mg5.2 mg15.8 mg
Eisen2.8 mg1.0 mg1.1 mg1.9 mg
Magnesium118 mg85.8 mg76.6 mg19 mg
Phosphor281 mg150 mg174 mg68 mg
Kalium318 mg154 mg108 mg55.3 mg
Zink2.0 mg1.2 mg1.6 mg0.8 mg

Kohlenhydratweise sind alle in etwa vergleichbar. Was wir hingegen wollen ist: Möglichst viel Protein, möglichst viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Quinoa schneidet dabei am besten ab, und der weisse Reis kommt wie erwartet ziemlich flach raus, was die Proteine und Vitalstoffe anbelangt. Hier ein paar Infos zur wichtigen Rolle von Ballaststoffen.

Quelle: http://nutritiondata.self.com/facts/cereal-grains-and-pasta/10352/2

ZutatenSushiBowl

 

Zutaten für 1 Person
1/3 cup / 80 ml Quinoa (oder grad mehr, damit man noch Quinoa für die nächsten Tage hat)
1 Rüebli
1 Stück Gurke
1 Chicorée
1/2 Avocado
ein paar Radieschen
1 Noriblatt (japanische Rotalge)

für die Sauce:
1 Stücklein Ingwer (etwa so gross wie ein halber Daumen)
1 EL Tamari (weizen- und damit glutenfreie Sojasauce)
1/2 TL Wasabi (scharfe, grüne Rettich-Creme) oder noch besser: etwas Wasabi-Pulver
1 Spritzer Reisessig (optional)
1 TL Olivenöl (optional)
2 EL kaltes Wasser
ev. Pfeffer nach Belieben

1 EL Sesam

Zubereitung
– Quinoa über Nacht in genügend Wasser einweichen (sofern man dran denkt)
– Am nächsten Tag: Quinoa in einem Sieb gut spülen, bis es nicht mehr schäumt
– Quinoa mit der doppelten Menge Wasser mit etwas Gemüsebouillon oder Kräutersalz ca. 10 Minuten leise köcheln, dann vom Herd nehmen und 5 Minuten quellen lassen

– Rüebli raffeln
РGurke, Chicor̩e und Avocado in kleinschneiden
– Radieschen in dünne Scheiben schneiden
– das Noriblatt mit einer sauberen Schere in kleine Stücke schneiden
– Ingwer sehr klein schneiden
РIngwer, Tamari, Wasabi, Reisessig und Oliven̦l mit 2 EL Wasser verquirlen
– nach Belieben pfeffern
РSesam nach Belieben kurz in einer Pfanne r̦sten

Alles in einer Schüssel anrichten, mit der Sauce übergiessen und Sesam darübersprenkeln

*

Guten Appetit oder auf japanisch: Dozo omeshiagarikudasai – bis ich das auswendig gelernt habe, bin ich verhungert :)

 

 

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