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Mut, Skepsis & Durchhaltevermögen (& Buchverlosung!)

Ich bin nervös.
Ich bin nervös, weil ich mir vorgenommen habe, wieder einmal über meine Gesundheit zu sprechen. Obwohl es mir viel leichter fällt, ein leckeres Rezept zu kreieren und es mehrmals auszuprobieren, um es dann an einem schönen Tag für euch zu fotografieren und hier zu veröffentlichen.

Wie anfangen? Wie kann ich euch erzählen, wie es ist, jeden Tag mit der Diagnose rheumatoide Arthritis zu leben? Wie kann ich beschreiben, mit einer Krankheit zu leben, die man mir nicht ansieht, die mich aber trotzdem immer noch behindert?

Offenbar ist es so knifflig, dass schon drei Jahre vergangen sind, als ich das letzte Mal von meinem Gesundungsweg berichtet habe. Vor drei Jahren habe ich eine Darmtherapie begonnen und erfahren, dass ich eine sogenannte Dysbiose habe, sprich: Meine Darmflora war in einem Ungleichgewicht.

Darmflora? Ja, dort blĂĽht es! Der menschliche Darm ist der Garten von schätzungsweise 100 Billionen Mikroorganismen. Inzwischen kennt man ungefähr 1’000 verschiedene Bakterienarten, wobei 99 % der Darmflora aus rund 100 Bakterienarten bestehen. Und: Unser Stuhl besteht zu 60 % aus Bakterien. Deshalb ist es auch sinnvoll, den Stuhl auf seine Besiedlung hin untersuchen zu lassen.

Die Zusammensetzung unserer Darmflora hängt vor allem von der Ernährung ab. Wer zu einem Naturheilpraktiker oder einer darin geschulten Ernährungsberaterin geht, erfährt, wie man eine Dysbiose durch die Ernährung, aber auch Probiotika, Kräuter und natürliche Medikamente in ein gesünderes Gleichgewicht zurückführen kann.

Genau das habe ich getan. Zu Beginn mit einem Schulmediziner, später ergänzt durch eine Ernährungsberaterin und zwei Naturheilpraktikerinnen. Meine Darmflora hat sich verbessert und die Entzündungswerte meiner Gelenke haben sich reduziert.

Aber ich bin noch nicht geheilt.

Hier kommt die Nervosität ins Spiel. Oder vielleicht besser eine leichte Verunsicherung (an manchen Tagen ist diese Verunsicherung jedoch sehr gross und fühlt sich äusserst unangenehm an). Ausgelöst wird sie, wenn ich einen Termin bei einem Rheumatologen habe. Auch wenn ich inzwischen einen Spezialisten gefunden habe, der wie ich an die grosse Wirkung einer entzündungshemmenden Ernährung glaubt, empfiehlt auch er mir, über den Einsatz bestimmter schulmedizinischer Medikamente nachzudenken.

Das macht aus seiner Sicht Sinn, denn so hat er es gelernt, und so behandelt er seine Patientinnen und Patienten. Ich wage jedoch zu behaupten, dass ich zu den eher seltenen Rheumapatientinnen gehöre, die auf die Zeichen ihres Körpers (und Verstandes) hören möchte und in Kauf nimmt, dass ihr Genesungsweg womöglich länger dauert, dafür aber unbelastet durch die Nebenwirkungen der empfohlenen Medikamente. Vor allem aber auch psychisch unbelasteter durch den Verzicht auf den damit einhergehenden Stress, Medikamente mit zum Teil drastischen Nebenwirkungen nehmen zu müssen.

Mit dieser Verunsicherung lebe ich seit meinem Diagnosejahr 2013. Die meisten meiner Gelenke sind inzwischen wieder leicht oder gut belastbar, lediglich das rechte Handgelenk und zeitweise die Hände sind noch entzündet. Ich kann meinen Alltag relativ gut verrichten, ich kann nur noch nicht staubsaugen (ich kann es nicht oft genug sagen: ich würde es LIEBEN, wieder staubsaugen zu können!). Ich kann meiner Arbeit nachgehen, kochen, Velo fahren, wandern, eine bis zwei Stunden stehen, wenn es sein muss, ich mache Pilates und hüpfe auf meinem Mini-Trampolin.

Dennoch habe ich das GefĂĽhl, dass da noch mehr rauszuholen ist.

Wie ein Geschenk des Himmels stiess ich Ende 2017 auf das neueste Buch von Dr. Susan Blum. Die amerikanische Ă„rztin war mir bereits durch ihr Buch Autoimmunerkrankungen erfolgreich behandeln bekannt. Leider hatte Susan Blum inzwischen dasselbe Schicksal wie mich ereilt: Sie war an rheumatoider Arthritis erkrankt.

Healing Arthritis ist das erste Buch einer ganzheitlich praktizierenden Ă„rztin, auf das ich im Laufe der vielen Jahre gestossen bin. Ich bestellte es sofort und ackerte die englische Ausgabe mit grosser Neugierde durch.

Susan Blums 3-Schritte-Programm macht total Sinn für mich. Mit entzündungshemmender Ernährung, natürlichen Medikamenten und Stressreduktion behandelt sie mir bereits bekannte Terrains. Erstmals jedoch erfuhr ich ganz konkret, welche Medikamente ihr selbst und zahlreichen PatientInnen geholfen haben. Blum zeigt auf, dass jeder Körper einzigartig ist und auch eine entsprechend einzigartige Behandlung braucht.

In Sachen Ernährung deckt sich zu 99 % alles mit meinen eigenen Erkenntnissen, bei den Medikamenten erfuhr ich einige neue Möglichkeiten. Was mir aber am besten gefällt ist, dass Susan Blum aus eigener Erfahrung und derjenigen ihrer PatientInnen einen ganz wichtigen Ansatz in Stress- und Traumabewältigung sieht.

Susan Blum schreibt dazu:
«Immer wieder stellen meine Patienten und ich fest, dass stressbeladene oder traumatische Ereignisse aus der Vergangenheit oder Gegenwart dahinterstecken, wenn eine Erkrankung wieder aufflackert. Der «Boden» des Körpers und insbesondere der Darm reagiert äusserst sensibel auf die Auswirkungen von Stresshormonen in der frühen Kindheit oder aufgrund aktueller Stresssituationen. Und sie verändern sie auf negative Weise».

Bestätigung fand ich auch in Sätzen wie:

«Das wohl wichtigste Kriterium ist die Selbsteinschätzung des Patienten. Der Körper weiss sehr genau, wie es ihm geht, und wenn man auf ihn hört, weiss man, ob etwas gut ist oder nicht».

oder

«Aus konventioneller Sicht ist es sehr wichtig, welche Arthritisform bei einem Patienten vorliegt, weil die Krankheitsbilder unterschiedlich aggressiv sind und unterschiedlich auf Medikamente ansprechen. Aus Sicht der funktionellen Medizin sitzt die Wurzel der Entzündungen bei jeglicher entzündlich bedingten Arthritis allerdings im Darm».

und

«Die meisten klassisch ausgebildeten Ärzte sind mit Kräutern wenig vertraut, weil sie ihre Anwendung nie gelernt haben. Dennoch sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt einbeziehen, allein schon, um Fortschritte zu beobachten. Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen, wenn Ihr Arzt sehr skeptisch reagiert».

So, und jetzt höre ich auf. Ich könnte das ganze Buch zitieren.

Was ich euch aber noch erzähle ist, was ich seit der LektĂĽre dieses Buches verändert habe. 

1. Collagen
Collagen wird aus den Knochen von Rindern oder Fischen hergestellt. Man nimmt es als geschmacksneutrales Pulver oder Kapseln ein. Mehrere glaubwürdige Quellen empfehlen Collagen bei rheumatoider Arthritis. Da ich mich jedoch seit einigen Jahren zu 99 % pflanzlich ernähre, gefiel mir der Gedanke an Collagen nicht sonderlich. Diese Studie und die Empfehlung von Susan Blum haben mich schlussendlich dazu bewogen, es mit Collagen zu versuchen. Es muss ja nicht für immer sein.

2. Glutamin
Bei mir wurde ein sogenannter «Leaky Gut» diagnostiziert, also eine geschädigte Darmschleimhaut. Glutamin ist gemäss Susan Blum die zurzeit am besten bekannte Substanz zur Verringerung der Darmdurchlässigkeit. Schönerweise wurde mir dies von einer Naturheilpraktikerin meines Vertrauens bestätigt.

3. Ghee
Ghee ist gesottene Butter und damit ebenfalls tierischen Ursprungs. Obwohl ich den Geschmack von Ghee nicht sehr mag, integriere ich täglich ca. 1 TL Ghee in meine Ernährung. Die in Ghee enthaltene Buttersäure reguliert die Darmdurchlässigkeit kann deren Entzündungsbereitschaft eindämmen.

4. Oreganoöl
Mit ätherischen Ölen mache ich schon längere Zeit gute Erfahrungen und habe schon mehrmals von der potenten Wirkung von Oreganoöl gehört. Ich integriere dieses Öl gerne. Oreganoöl wirkt antiviral, antibakteriell und antioxidierend und ist durch seine hohe Konzentration an Phenolen wirksam gegen vorhandene (Hefe-)Pilze.

5. Wermut
Nach einer Beratung einer Naturheilpraktikerin konsumiere ich täglich 1 Tasse Wermuttee – das bitterste Getränk, das ich je zu mir genommen habe. Wermut wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd, hilft bei Blähungen und Völlegefühl. Susan Blum empfiehlt Wermut gegen Darmparasiten, Mikroben und Entzündungen, die bei einer Dysbiose vorkommen können.

Blum empfiehlt noch einige natürlichen Medikamente und Kräuter mehr, aber ich habe mich vorerst auf diese fünf Produkte beschränkt.

Manche werden mich jetzt fragen wollen: «Und? Merkst du etwas? Wirkt es?»
Deshalb bin ja so nervös! Denn die Antwort ist: Vielleicht?

Vielleicht, weil ich parallel immer auch noch andere Dinge ausprobiere. Ich bin der festen Ăśberzeugung, dass man immer alles differenziert betrachten sollte. Denn woher weiss ich schon, ob das Collagen meiner Darmflora und meinen Gelenken guttut, oder ob es daran liegt, dass ich lerne, vermehrt loszulassen? Ob das Glutamin und der Wermuttee helfen, oder ob meine Erkenntnisse dank der Feldenkrais-Therapie mich zufriedener und damit gesĂĽnder machen?

Was ich mit Bestimmtheit sagen kann ist, dass mir dieses (mein) Vorgehen im Moment lieber ist, als wenn ich schulmedizinische Medikamente einnehmen müsste, die unter Umständen nicht wirken. Und die zum Teil erhebliche Nebenwirkungen haben – wie alles Nebenwirkungen hat.

In einem bestimmten Punkt gibt mir das Buch Arthritis heilen von Susan Blum grosse Zuversicht: Dass sie die Stress- und Traumabewältigung als einen der wichtigsten Pfeiler betrachtet. Auch ich überlege mir immer mal wieder, weshalb meine Beschwerden so gut in die Schublade passen, die mit «Rheumatoide Arthritis» angeschrieben ist.

Auffällig ist tatsächlich, dass ich erste Beschwerden auftauchten, als einige Erdbeben mein Leben durchgeschüttelt hatten. Kurz vor den ersten Beschwerden hatte ich beschlossen, mich selbständig zu machen. Dazu kam, dass ich meine Katze einschläfern musste, Zeugin eines tödlichen Unfalls wurde (eine Frau starb in meinen Armen), mehrere Personen in meinem näheren Umfeld starben, ich machte eine berufsbegleitende 2-jährige Ausbildung und hatte keine Zeit mehr für mich und für Sport, ich fühlte mich nicht mehr wohl in meiner Haut.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit meiner Herkunft und mit Epigenetik. Meine Mutter und mein Vater sind Kriegskinder. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich Teile von ihren Kriegstraumata geerbt habe. Die Lektüre dieses Buches hat mir diesbezüglich die Augen geöffnet.

Wenn ich die Zeit vor meinen ersten Beschwerden Revue passieren lasse, so war ich während 3 bis 4 Jahren beträchtlichem Stress und Schmerz ausgesetzt. Eigentlich kein Wunder, wenn es meinem Körper irgendwann zuviel wurde, oder?

Natürlich könnte ich verzweifeln und mich ärgern und einfach Medikamente schlucken und versauern. Will ich aber nicht. Und deshalb bin ich so dankbar, dass ich auf das Buch von Susan Blum gestossen bin. Es gibt mir neue Hinweise, macht Mut und verhilft mir zu verstärkter Resilienz.

Wer das Buch nun am liebsten selber lesen möchte: Vor wenigen Tagen ist es auf Deutsch erschienen. Es heisst Arthritis heilen. Gesunder Dam – gesunde Gelenke: Das individuelle 3-Schritte-Programm zur natürlichen Behandlung rheumatischer Erkrankungen.

Der VAK-Verlag spendiert 3 Exemplare, die ich verlosen darf!

Wenn du eines dieser 3 Bücher gewinnen möchtest, dann schicke mir bis am 31. Juli 2018 ein Mail an petra@freakfood.ch mit deiner Postadresse.

Falls du auch rheumatoide Arthritis hast und überfordert bist: Melde dich gerne bei mir. Ich mache Beratungen und höre dir erstmal zu. Dann erzähle ich dir gerne, was ich in den letzten 5 Jahren herausgefunden habe und über entzündungshemmende Ernährung, natürliche Medikamente, Bewegung und Entspannung. Ich ermutige dich, deinen eigenen Gesundungsweg zu gehen.

Herzlich,
Petra

Petra und die Polyarthritis – nächster Akt

gestörte Darmflora

Bewegte Wochen liegen hinter mir.

Obwohl ich seit all meinen Bemühungen zur Linderung meiner Arthritis-Beschwerden in Sachen Ernährung, Bewegung und Entspannung eine positive Bilanz ziehen kann, macht mein rechtes Handgelenk nicht so richtig mit. Seit gut einem Jahr ist es entzündet und geschwollen, sodass ein unschöner Knubbel sichtbar ist. Seit Monaten hindert mich die Entzündung daran, gewisse Bewegungen zu machen oder Arbeiten zu verrichten – ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gerne ich wieder in der Lage wäre, Staub zu saugen!

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